Filmfest hat den stolzen Pudel als Wappentier

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
europebild
Im Einsatz für den anspruchsvollen Film: Günter H. Jekubzik (von rechts), Leiter des Festivals „Made in Europe”, Elke Wienen, Kulturbetrieb Aachen, Rick Takvorian, Veranstaltungsmanagement Aachen, Marine Dubrulle, Festival-PR, und Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebes der Stadt Aachen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Name ist Programm, und das „Wappentier”, ein strammer Königspudel, blickt unternehmungslustig in Richtung Aachen-Maastricht: „Made in Europe” heißt es vom 22. bis 29. März im Cineplex und im Apollo Aachen sowie vom 25. bis 29. März im Maastrichter Lumiére, denn das von der EU geförderte einstige „Filmfestival Aachen-Maastricht” zeigt, dass es sich bereits mit seiner dritten Ausgabe etabliert hat.

Und so darf sich Festivalleiter Günter H. Jekubzik zusammen mit seinem Maastrichter Kollegen David Deprez, Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs Aachen, Rick Takvorian, Veranstaltungsmanagement Aachen, und vielen anderen aktiven Filmenthusiasten über eine große Zahl von Sponsoren und Förderern freuen. Ohne sie wäre zumindest der mit 2000 Euro dotierte Lambertz-Euregio-Filmpreis nicht möglich.

17 Filme stehen in Aachen auf dem Programm, darunter einige Kostbarkeiten der Branche. So gab sich der Festivalchef große Mühe, ein quadratisches, leicht ramponiertes Paket beim gestrigen Pressegespräch nicht aus den Augen zu lassen: die letzte existierende Kopie des 20-Minuten-Streifens „Film with three dancers” (22. März, 17 Uhr), den man nach zähen Verhandlungen in New York ausleihen konnte.

Die Hommage an die berühmte Choreographin Carolyn Carlson wird zusammen mit ihrem Tanzmärchen „Aurore” im Ludwig Forum, Ort des Tanzfestivals Schrittmacher, gezeigt. Neben sorgfältig ausgewählten Qualitätsfilmen, die über die Kinoleinwände in Saal 4/5 flimmern, zeigt sich „Made in Europe” experimentierfreudig.

„In der Mitte Europas sollte Film auch im konkreten Leben stattfinden”, betont Jekubzik. So überrascht eine cineastische Wanderroute in Aachen von der Südstraße über Krakau- und Mörgensstraße bis zur Annastraße. Hier kann man den Film „Die Döner-Queen” etwa in einem Grill in der Mörgensstraße sehen, andere Beiträge flimmern in Schaufenstern oder Kneipen. Wer Genaueres wissen möchte, findet Orte und Ereignisse.

Für Olaf Müller ist das Festival ein schöner Beweis, dass gute und wichtige Filme nicht nur bei Arte, Phoenix oder 3sat eine Ausstrahlungsmöglichkeit finden sollten. „Solche Filme brauchen die Aura eines Kinos”, freut er sich auf „junges, neues Kino”, das häufig - trotz des Europagedankens - noch unter nationalen Grenzen zu leiden habe.

„Hier gibt es keinen Mainstream, sondern Perlen einer gesellschaftsrelevanten Kunst zu sehen.” Mit drei Begriffen charakterisiert Rick Takvorian seine Zielsetzung im Blick auf das Filmfest: „Verbessern, verfeinern, fortsetzten”, und er ergänzt: „Man muss eine Vision haben, das Licht am Ende des Tunnels sehen”, so der Veranstaltungsmanager. „Wir wollen locker und kreativ mit Europa umgehen.”

Dabei fordert „Made in Europe” von seinen Zuschauern ein gewisses Maß an Entgegenkommen - wenn etwa „Delta” (26. März, 22.30 Uhr) nur in ungarischer Sprache mit englischem Untertitel gezeigt werden kann. Und wen gerade die Sprachenvielfalt reizt, der hört im Doku-Film „Calimucho” (28. März, 20 Uhr) eine Mischung aus deutschen, niederländischen, französischen und arabischen Dialogen. „Ein Film über das Vertrauen”, erzählt Jekubzik. „Es geht um einen Messerwerfer, der gerade ein bisschen daneben geworfen hat...”

In der „Festival-Lounge”, die im Bereich der Vorführsäle eingerichtet ist, werden darüber hinaus stets Gesprächspartner zu finden sein, die Festivalinformationen weitergeben, sowie Macher und Macherinnen. Seinen Abschluss findet „Made in Europe” bei einer „cineastischen Party” am 28. März ab 21 Uhr im Mörgens des Theaters (Mörgensstraße) - natürlich ist sie vom Kino geprägt und verspricht unter dem Motto „Film-Rausch” Ströme von Bildern und einen Cinematic-Sound-Mix.

Drei Spielorte, viele Informationen im Internet und der Euregio-Filmpreis

„Made in Europe”, Filmfestival in Aachen und Maastricht vom 22. bis 29. März. Spielorte: Cineplex im Kapuzinerkarree, Borngasse 30, Aachen. Kino Apollo, Pontstraße 141-149, Aachen; Ludwig Forum, Julicher Straße 97-109. Programmhefte liegen unter anderem an den Spielorten aus.

Nominiert für den Lambertz-Euregio-Filmpreis, der am 27. März verliehen wird, sind: Johanna Bönninghaus (Schauspielerin); Mohammes Hamra (Buch und Regie); Eugenie Jansen (Regie); Jan Krüger (Regie); Peter Kreuzt (Produzent); Bernd Mosblech (Regie), Wolfgang Quest und Silvia Szymanski (Regie/Buch); Dieter Schleip (Komponist); Jasmin Schwiers
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert