Festival Cultura Nova startet am 18. August

Von: Sabine Rother
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Abenteuerliches Spektakel zum Auftakt in der Heerlener Innenstadt: Bei Cultura Nova wird das Theater Titanick mit seinen „Firebirds“ die nächtliche Parade prägen.
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Fiedel van der Hijden, Organisator von Culura Nova in Heerlen.

Heerlen. Wenn sich die geheimsten Wünsche, Träume und Visionen der Menschen in glühende Bilder verwandeln und in die Nacht aufsteigen oder an ungewöhnlichen Orten Gestalt annehmen, dann kann das nur eins bedeuten: Cultura Nova, Heerlens internationales Theaterfestival, wird wieder zum Ereignis.

Vom 18. bis 27. August gibt es zum 27. Mal ein facettenreiches Programm mit rund 250 Vorstellungen und kulturelle Aktionen in Heerlen und Umgebung, viele davon bei freiem Eintritt.

Performance, Film, Tanz, Musik, Zirkus, Talks zu aktuellen Themen und Ausstellungen sind vorgesehen. Dabei kann man über 20 Premieren erleben und in den Genuss von 15 Kooperationen mit zahlreichen Künstlern kommen. „Wir wollen das Thema Europa neu beleben, sehen uns als Fenster für Europa“, sagt Fiedel van der Hijden, der zusammen mit Rocco Malherbe von der Stichting Cultura Nova das Programm organisiert hat. „Wir tragen Verantwortung für Europa. Mit dem Festival, wo sich Akteure aus verschiedenen Ländern begegnen, wollen wir das zusammen mit einem großen Publikum fördern“, sagt er. Das Festival bietet dazu ideale Gelegenheiten. „Gruppen, die hier einander kennengelernt haben, laden sich später häufig gegenseitig ein“, berichtet Fiedel van der Hijden.

Die traditionelle Eröffnung des Festivals ist am 18. und 19. August (jeweils ab 21.30 Uhr) eine gigantische Parade. Cultura Nova setzt dabei ein Zeichen internationaler Verbundenheit: Die deutsche Schauspieltruppe Theater Titanick wird mit ihren „Firebirds“ für eine feuriges Open-Air-Spektakel sorgen. Am Rathausplatz (Raadhuis-plein) in Heerlen beginnt an beiden Tagen mit Einbruch der Dunkelheit der Zug fantasievoller Flugapparaturen durch die Innenstadt bis zum Burgemeester van Grunsvenplein.

Dabei sind feurige Spezialeffekte wie Rauchwolken oder Explosionen garantiert. Professionelle Pyrotechniker überwachen das Spektakel. „Diese Eröffnung hat durchaus politisch Charakter”, betont der Organisator. „Jedes Land will schließlich mit seinen technologischen Entwicklungen das andere übertrumpfen. Titanick inszeniert fantasievoll und skurril den Kampf um das erste Fluggerät.“

So marschieren in der Parade sechs kuriose Piloten, die mit ihren Flugmaschinen um die Gunst des Publikums ringen. Und dann gibt es noch Musik und einen „Schwarzen Engel des Wettbewerbs“, der alles umschwebt.

Cultura Nova sieht sich als Festival für alle Altersgruppen, ein Kaleidoskop aller Kunstformen, das Events mit gesellschaftspolitischen Aspekten verknüpft. „Wir veranstalten zum Beispiel auch Talkrunden, bei denen über Verschwendung und Not diskutiert wird, über Themen wie Hightech und Lowtech“, sagt Fiedel van der Hijden. „Wir müssen etwas ändern.“

Festival im „Schunck“

Dabei vernetzt sich Cultura Nova aktiv mit anderen Initiativen – etwa dem „Randland Festival“, das bereits am 17. August (18 Uhr) im Heerlener „Glaspalast“ eröffnet wird. Das Kulturzentrum für zeitgenössische Kunst, Architektur und Tanz trägt mit dem Namen „Schunck“ die Erinnerung an seine Erbauer, die durch Weberei erfolgreichen Familie Schunck, die hier einst ein Kaufhaus für Textilwaren hatten errichten lassen. Zusammenarbeit gibt es zudem mit dem Aachener Festival „Across the borders“ (19. August, Ludwig Forum für internationale Kunst, 20 Uhr, Wunsch & Goldfarb „Birds on the Strings“). „Mit Randland entwickeln wir wichtige Ideen für Parkstad Limburg“, sagt van der Hijden. „Wir wollen bei Cultura Nova zeigen, dass Künstler auch hier einen frischen Blick auf Dinge haben, die zu Unrecht unbeachtet bleiben.“

Eines der Objekte ist das Thermenmuseum (Coriovallumstraat 9) in Heerlen. Hier können an mehreren Abenden Besucher den Kontakt zum römischen Erbe über einen Parcours aufnehmen, den die Künstlerin Lotte Milder entwickelt – unterstützt durch eine Spezialbrille, die den „neuen Blick auf Kultur“ eröffnet. Andere Spielorte von Cultura Nova sind das Royal Theater, eines der ältesten Kinos der Niederland, erbaut 1937/38, wo am 22. August die amerikanische Ausnahmeband Lambchop gastiert.

Auch die Noorderbrug in Maastricht, das Schloss Hoensbroek, das Savelbergkloster in Heerlen und sogar die Belkorenmolen in Nuth werden Festivalorte. An der Mühle wird Komponistin Yvonne Freckmann zusammen mit der Harfenistin Iris van der Ende aus dem Rauschen des Wind. Überhaupt Musik: Von Malereien kleiner Besucher lässt sich Festivalkomponist Jesse Passenier inspirieren – Uraufführungen „Bild & Musik“ sind deswegen beim Finale am 27. August um 15 Uhr mit dem Limburger Jugendorchester auf dem Festivalplein garantiert. Aus Düsseldorf kommt die Antilopen Gang mit Hip-Hop nach Heerlen, eine Kooperation von Parkstad Limburg Theaters und Poppodium „Nieuwe Nor“ im gleichnamigen Veranstaltungsort.

Zirkus darf bei Cultura Nova nicht fehlen: Im Theater Heerlen bietet der britische Cirque Beserk eine europäische Erstaufführung seine Theatershow. Gigantisch soll schließlich das Cultura-Nova-Finale sein. Les Plasticiens Volants sorgen mit einem „Karneval der Tiere“, einem Luft-Ballett riesiger Kreaturen auf dem Burgemeester van Grunsvenplein am 27. August ab 16.30 Uhr für letztes Staunen. Mit den Ballonfiguren darf gespielt werden.

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