Farbenreicher Historienteppich: „Die Welfenkaiserin”

Von: unserer Mitarbeiterin Grit Schorn
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Aachen. Wo könnte die bundesweite Erstpräsentation des letzten Teils einer Roman-Trilogie über starke Frauen im Umkreis von Karls dem Großen passender stattfinden als in Aachen?

So war das Couvenmuseum denn auch voll besetzt, als Martina Kempff auf Einladung der Buchhandlung Schmetz am Dom und der Stadt Aachen ihr Buch präsentierte.

Nach „Die Königsmacherin” und der „Beutefrau” - beide waren als Fortsetzungsromane in unserer Zeitung zu lesen - nun also „Die Welfenkaiserin”. Mit detailgenauer Delikatesse, basierend auf eingehender Recherche, entfaltet die 57-jährige gebürtige Stuttgarterin, die auch als Journalistin und Übersetzerin arbeitete, ein mittelalterliches Tableau mit ungewöhnlichen Frauen der Zeitgeschichte.

Die schöne und aufmüpfige Judith, die Nichte jener ebenso mutigen Gerswind, der „Beutefrau” an Karls Hof, wird von Ludwig dem Frommen, Karls wenig geliebtem Sohn, zur Gattin begehrt. In einprägsamen, plastischen Szenen zeichnet die Schriftstellerin, inzwischen in der Eifel ansässig, den epochalen Kampf um das Erbe Karls nach - und den Untergang des Karolingerreichs.

Die „Brautschau” auf Karolingisch, bei der die kluge und unerschrockene Judith alle anderen Damen aus dem Rennen wirft und den scheuen Ludwig für sich gewinnt, hat ebenso viel erzählerischen Charme wie die historisch verbürgte Figur des einstigen Dänenkönigs Harald Klak, der sich an das „christliche Wasserritual”, die Taufe, so gar nicht gewöhnen kann.

Atmosphärisch stimmig webt Martina Kempff einen farbenreichen Historienteppich, oft mit feinem Humor, aber auch mit dramatischer Wucht „unterfüttert”. Wer nach der Veranstaltung noch Zeit und Lust hatte, konnte sich anschließend an wohl schmeckenden Met-Getränken laben und an mittelalterlicher Musik erfreuen.

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