Familienkonzert widmet sich der Klezmermusik

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Schön, dass die Aachener Konzertdirektion Klezmer, die Hochzeitsmusik osteuropäischer Juden, nach dem großen Erfolg im letzten Sinfoniekonzert auch im dritten Familienkonzert der Saison verankerte.

Mit dem Epstein’s Klezmer-Trio war ein Ensemble zu Gast, das noch authentischer und ursprünglicher zur Sache ging als das elegante David Orlowsky Trio im Sinfoniekonzert. Und nicht nur das: Die drei Musiker mit dem Geiger Igor Epstein an der Spitze verbreiteten am Sonntagvormittag im gut besuchten Theater nicht nur mit ihren eigenen Beiträgen gute Laune, sondern sie unterstützten auch tatkräftig das Projekt „Let’s Klezmer“, das für einen besonders anrührenden Schlusspunkt des kurzweiligen Programms sorgte.

Das Projekt des Aachener Theaters vereinigt 14 Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen, die in den Weihnachtsferien ein gemeinsames Programm entwickelten. Singend und auf Flöten, Gitarren, Geigen und allerlei Schlagwerk musizierend, riefen die jungen Leute mit bekannten Liedern wie „Shalom alechem“ und „Hava nagila“ zum Frieden auf. Mit der Überzeugungskraft und dem spürbaren Optimismus der Jugend bot der Beitrag einen kleinen Hoffnungsschimmer angesichts der traurigen Realität im Nahen Osten. Dass ein aus sechs Schülerinnen des St. Ursula-Gymnasiums bestehendes Moderatorenteam das Programm mit knappen Erläuterungen und unterhaltsamen Kurz-Interviews lebendig aufbereitete, unterstreicht diesen Eindruck.

Man muss es Igor Epstein und seinen Mitstreitern, den Gitarristen Vitali Eberling und den Klarinettisten Morogovski, hoch anrechnen, dass sie mit ihrer ansteckenden Spiellaune den Glauben an einen möglichen Frieden ein wenig stärken konnten und deshalb mit ihren eigenen Beiträgen vor allem die Lebensfreude der Klezmer-Musik herausstellten, weniger die melancholischen Töne. Dass sie die jungen Besucher dabei zum Mitsingen animieren konnten, verdient ein Sonderlob.

Angesichts dieser Spontaneität wirkten die orchestralen Stücke, die das Aachener Sinfonierochester unter Leitung von Studienleiter Karl Shymanovitz präsentierten, schon fast etwas akademisch steif. Das gilt für die Ausschnitte aus Paul Ben-Haims Suite „From Israel“ ebenso wie für Prokofieffs „Ouvertüre über hebräische Themen“ und sogar für die Ballettmusik aus Saint-Saëns‘ Oper „Samson et Dalila“.

Insgesamt eine rundum gelungene Veranstaltung. Begeisterter und verdienter Beifall für alle Beteiligten.

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