Falk Plücker gilt als neue Liedermacher-Hoffnung

Von: Valerie Barsig
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Falk Plücker gilt als neue deutsche Liedermacher-Hoffnung.

Aachen. Er teilt auch gern mal aus: Falk Plücker (29) ist deutscher Liedermacher und frischgebackener Preisträger des Förderpreises der Liederbestenliste. In seinen Songs ist er gern ein bisschen böse und versieht den Alltag mit einem Augenzwinkern. So will er in große Fußstapfen treten, nämlich in die von Götz Widmann, Hannes Wader oder Rainald Grebe.

Falk, Hand aufs Herz: In einem Deiner Songs geht es um Rache nach einer Trennung. Hast Du aus Rache schonmal für siebenhundert Euro Pizzen zu jemandem nach Hause bestellt?

Falk: (lacht) Nein. Bei jeder Trennung kommt ja eine Phase des Zorns nach der Trauer. Da sollte man sich aber zusammenreißen – auch wenn man vielleicht solche Ideen hat. Denn ansonsten endet das womöglich mit einem Besuch bei der Polizei.

Viele Jugendliche hören heute Hip-Hop oder Pop. Sind Liedermacher eigentlich out?

Falk: Nein! Es geht doch um das Gesamtwerk. Wer Wert auf Texte legt, für den sind die Songs eines Liedermachers perfekt, denn die Instrumentierung ist dabei nicht das Wichtigste. Eigentlich sind Liedermacher nichts anderes als deutschsprachige Singer-Songwriter und das mögen ja viele Menschen.

Woher bekommst Du Deine Ideen?

Falk: Eigentlich in jeder Lebenssituation. Das kann in der S-Bahn sein, zu Hause oder einfach beim Gitarre spielen. Wenn ich unterwegs bin, tippe ich mir Schlagwörter ins Handy und schaue dann, was ich aus meinen Beobachtungen machen kann.

Deine Songs sind ironisch, bissig, ernst und lustig. Die FDP wird durch den Kakao gezogen, ebenso wie nervige Pärchen, die Suche nach Liebe oder ein Angriff mit Pfefferspray nach einer schlechten Anmache – schreibt das Leben die besten Geschichten?

Falk: Was schreibt sonst Geschichten? Meine Lieder sind zwar nah an der Realität aber stark zugespitzt. Würden meine Konzertbesucher alles ernst nehmen, was ich singe, wären sie vermutlich sehr verstört.

Willst Du mit Deinen Lieder sagen, dass man alles nicht so ernst nehmen sollte?

Falk: Eigentlich geht es mir darum, keine Botschaften zu transportieren, die als erhobener Zeigefinger verstanden werden könnten. Als Liedermacher hat man ja die Freiheit, die verschiedensten Dinge zu behandeln, zum Beispiel aus dem Alltag. Oder man erzählt ganze Geschichten. . .

Das machst Du zum Beispiel in Deiner Ballade „Bernstedt“, in der ein Dorfbewohner zwei Wanderer ermordet, weil sie dort Gold gefunden haben und die Dorfbewohner es für sich behalten wollen. Das endet dann in einer Katastrophe. . .

Falk: Es geht ganz klar um Habgier. Mir geht es aber nicht darum zu sagen, so oder so sind die Menschen, sondern mit Bernstedt eine Geschichte zu erzählen, die nah an der Wahrheit ist. Dafür gibt es sogar historische Beispiele.

Wann hast Du mit dem Liedermachen begonnen?

Falk: Sehr früh. Mit zwölf oder 13 Jahren habe ich schon kurze Geschichten aufgeschrieben. Ich glaube, sie waren tragisch schlecht, aber das ganze ist ein Prozess.

Kann jeder Liedermacher werden?

Falk: Natürlich braucht man zum Liedermachen Talent, aber trotzdem muss man sagen, dass man sich immer weiterentwickelt und natürlich besser und besser wird. Ich hatte eigentlich nie das Ziel, Musiker zu werden und die großen Bühnen zu stürmen, allerdings hatte ich eine Menge Spaß, meine Lieder Freunden und Familie vorzuspielen und die fanden es auch ganz gut.

Und dann hast Du ein Tape verschickt. . .

Falk: Mit 15 Jahren habe ich wegen des Liedermachers Götz Widmann überhaupt angefangen, Gitarre zu spielen. 2011 habe ich meine Lieder das erste Mal aufgenommen – einfach aus Spaß. Das Tape habe ich dann aber an Widmanns Label geschickt, einfach, um seine Meinung zu meinen Liedern zu hören.

Und dann?

Falk: . . . passierte ein Jahr lang nichts. Denn das Label bekommt natürlich eine Menge Post. Dann wurde ich plötzlich eingeladen, bekam einen Plattenvertrag und durfte 2014 hochoffiziell mit Götz Widmann auf Tour, die läuft noch bis 2016. Damit ging ein Traum in Erfüllung, den ich so eigentlich nicht geplant hatte. Aber klar: Wenn jemand deine Musik für gut hält, den du einfach cool findest, dann ist das der Ritterschlag.

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