Exklusiv statt bemitleidenswert

Von: Christoph Classen
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Im Ludwig Forum buchstäblich gut aufgestellt: Markus Lingemann, Museumschefin Brigitte Franzen, Ilka Helmig, Sarah Kmita und Thomas Erven (von links). Foto: Michael Jaspers

Aachen. Professor Ilka Helmig hat mit ihren Studenten den Spagat geübt. Flexibilität war dabei vorwiegend in den Köpfen gefragt. Helmig leitet den Fachbereich Gestaltung an der Fachhochschule (FH) Aachen.

Zu Beginn des Jahres 2009 gab sie ihren Studenten den Auftrag, Objekte zu entwickeln, die im Museumsshop des Aachen Ludwig Forums möglichst hohe Verkaufszahlen erzielen. Die Ergebnisse werden im Rahmen einer Ausstellung nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Ein Spagat sei das kreative Arbeiten gewesen, weil es für die Designer bei solchen Themen immer dann spannend wird, „wenn man sich an der Grenze bewegt”, sagt Helmig. Überschritten werden dürfe sie nicht, schließlich sollen die Entwürfe praktikabel bleiben.

In diesem Fall bedeutet das: Die entworfenen Objekte müssen zu einen annehmbaren Preis in großer Stückzahl produzierbar und schließlich im Museumsshop offerierbar sein. Und um dort viele Abnehmer zu finden, sollte das Angebot eine gewisse Exklusivität besitzen.

Den Standard brechen, nennt Helmig die Herausforderung, vor der ihre Studenten standen. Sie sagt: „Das ist Sport.” Oder eben ein Spagat. Brigitte Franzen, Direktorin des Ludwig Forums, meint, dass die Studenten ihn ziemlich gut gemeistert haben. Sarah Kmita zum Beispiel mit ihren Halsketten aus Beton, deren Anhänger von Architektur inspiriert sind. Oder auch Thomas Erven, der Papiermonster zur Selbstmontage in Bastelbögen presste. „Wunderbar”, sagt Franzen, eine komplette eigene Ludwig-Forum-Produktion sei entstanden, die es einzig und allein im Aachener Museum gebe.

Kein Vergleich zu der Standardware, die aktuell noch im Museumsshop offeriert werde. Die ist Franzen ohnehin seit ihrem Amtsantritt in Aachen ein Dorn im Auge. „Bemitleidenswert” und „verwahrlost” lauten die Attribute, die Franzen dem Shop zuschreibt. Ihr Anruf bei den Gestaltern der FH war deshalb mehr ein Hilferuf.

Er hat sich ausgezahlt. Demnächst sollen die Objekte ausgewählt werden, die es tatsächlich in den Shop schaffen. Dann gilt es mit geeigneten Produzenten über die Konditionen zu verhandeln. Franzen: „Ich würde mich freuen, wenn wir das Weihnachtsgeschäft noch mitnehmen können.

Museumsshop der Zukunft wird gezeigt

Eröffnet wird die Ausstellung „LUFO Production/01” am Freitag, 16. April, 20 Uhr, im Ludwig Forum, Jülicher Straße. Gezeigt wird sie bis Sonntag, 16. Mai.

Zu sehen sind Objekte, die von Design-Studenten der Fachhochschule Aachen entworfen wurden und die künftig das Angebot des Museumsshops erweitern sollen.

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