Eupenarena: Sommerparty mit Silbermond und Ich+Ich

Von: Stefan Schaum
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Heizten den 8000 Fans am Sonntagabend in der Eupenarena gehörig ein: Silbermond mit Sängerin Stefanie Kloß. Foto: Stefan Schaum

Eupen. Die vorderen Reihen haben tapfer ausgeharrt und geschwitzt. Etliche Gesichter sind im Laufe von gut sechs Stunden ganz schön rot geworden. Derart gezeichnet stehen sie am Abend dicht an dicht vor der Bühne, die Silbermond-Fans mit Sonnenbrand.

Doch als sich ihre Lieblingsband beim Eupenarena-Musik-Event nach fast zweijähriger Live-Pause zurückmeldet, sind Hautrötungen schlagartig Nebensache. Denn was Sängerin Stefanie Kloß und ihre drei Jungs abliefern, ist ein richtig pralles Paket. Geschnürt von deutlich gereiften Musikern.

Auf der großen Bühne, die bei der Erstauflage des Festivals im vergangenen Jahr furios von den Berliner Ärzten gerockt wurde, gehen die jüngeren Bautzener von Silbermond keinesfalls baden. Frontfrau Stefanie jagt von der ersten Sekunde des Auftritts bis zur letzten über die Bretter, springt wild umher oder gleich mitten rein in das Meer aus 8000 Zuschauern, die immer wieder die Arme emporreißen und die Band feiern.

Mischung aus hart und weich

Längst im popkulturellen Mainstream angekommen, sind Silbermond zu einer Band geworden, die auch Stadien locker im Griff hat. Und es sind nicht bloß die vielen Kinder und Teenager, die auf dem Feld in Eupen regelrecht euphorisiert sind. Auch Menschen weit jenseits der 30 sind angetan von dem cleveren Wechselspiel aus hart und weich, von der Mischung aus rasanten Rocksongs („Meer sein”) und sanften Balladen („Durch die Nacht”).

Sind die Schmusesongs auf den Alben oft eine Spur zu klebrig geraten, werden sie live zu den Höhepunkten. Zumal Stefanie Kloß in puncto Gesang eine ganze Schippe draufgelegt hat. Die hohe Kopfstimme im Song „Symphonie” etwa, bei dem früher bei Konzerten schon mal Töne daneben gingen, hat sie bestens im Griff.

Die härteren Songs haben richtig viel Druck an Bord, Gitarrist Thomas Stolle lässt es beizeiten ordentlich krachen. Hier und da werfen sich die Musiker in ihrem schwarzen Leder-Outfit zwar in reichlich abgestandene Rocker-Posen, doch bleibt der Auftritt insgesamt richtig frisch.

Zwischendurch gibt es sogar einige Überraschungen. Wenn Silbermond den Rocksong „Verschwende deine Zeit” im Offbeat als Reggae-Nummer präsentieren und sich die Menge in eine sanfte Woge verwandelt. Oder wenn spontan ausgewählte Fans auf die Bühne dürfen, um dort einen Song lang mit der Band zu tanzen. Der Kontakt zum Publikum ist ohnehin hautnah, denn als Animateurin macht Stefanie Kloß einen richtig guten Job. Zwar stehen ihr bereits nach dem ersten Song die Schweißperlen auf der Stirn, doch zieht es sie immer wieder im Laufschritt an den Bühnenrand, um weitere Aktionen vom Publikum einzufordern. „Geht da noch mehr?” Ja, da geht mehr! Die Fans kommen jeder Aufmunterung prompt nach. La-Ola-Wellen, kollektives Hüpfen - all das begleitet die Show, die auch von einer ausgezeichneten Bühnenbeleuchtung profitiert.

Als der Hit „Das Beste” die Band und ihr Publikum kurz vorm Ende des gut 90-minütigen Auftritts zu einem gewaltigen Chor vereint, ergreift eine ganz besondere Stimmung die Menschen bei dieser Eupenarena. Und sie feiern eine Band, die alles richtig gemacht und richtig viel gegeben hat.

Viel geben müssen während des Nachmittags auch die Ordnungskräfte vor der Bühne. Denn gleich nach dem Einlass um 14 Uhr säumen die ersten Fans die vorderen Reihen und verlassen die begehrten Plätze bis zum Höhepunkt nicht mehr. Eine schweißtreibende Sache bei hohen Temperaturen unter wolkenlosem Himmel.

Besondere Duschen sind daher hochwillkommen. Immer wieder greifen die Ordner zu Wasserschläuchen und jagen Fontänen in die jubelnde Menge. Eine nötige Abkühlung ist das, denn auch Sänger Adel Tawil - die singende Hälfte des Duos „Ich & Ich” - heizt der Menge kurz vor der Dämmerung zusätzlich ein. Die Fans zeigen sich textsicher und singen nicht bloß die Hits „Stark” und „So soll es bleiben” lautstark mit.

Im weißen, sommerlich-luftigen Outfit ist der Mann mit der soulig-warmen Stimme auf der Bühne unterwegs und plaudert bei seinem ersten Auftritt in Belgien zwischen den Songs munter mit dem Publikum. Ein entspannter Auftritt mit viel Charme, bei dem es das Stück „Vom selben Stern” gleich doppelt gibt. Denn bei der Zugabe bleibt Platz für eine Wiederholung des Songs. Und zwar in einer Karaoke-Version. Damit das Publikum in Eupen einmal mehr zum gigantischen Chor wird.
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