Eupen Musik Marathon: Ohne „Kracher“ zurück zu den Wurzeln

Von: Eckhard Hoog
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Zeigt das Plakat: Konstanze Keller vom Verein Chudoscnik Sunergia. Foto: eho

Eupen. „Zurück zu den Wurzeln“ heißt es in diesem Jahr beim Eupen Musik Marathon. Bei der 23. Ausgabe eines der größten Musikfestivals der Region – am 28. und 29. Juni – wird es keine Rockbühne mehr auf dem Werthplatz geben und damit auch kein „Kracher“-Konzert irgendeines Topstars wie Wolfgang Niedecken mit BAP im letzten Jahr.

„Der Spagat zwischen einem innerstädtischen und einem Rock-Festival war nicht mehr zu machen“, erklärt Konstanze Keller, die Pressesprecherin des veranstaltenden Eupener Kulturvereins Chudoscnik Sunergia. „Das finanzielle Risiko ist zu groß.“

Das Fest soll nun wieder etwas familiärer werden, fast so, wie es ursprünglich einmal war. Alles begann mit einem kleinen Musiktag. Jeder, der wollte, durfte spielen und singen. Damals, in den 90er Jahren, herrschte beim „Tag der Musik“ regelrechte Volksfeststimmung. Daraus entstand der Eupen Musik Marathon.

„Die Qualität steht 2014 aber immer noch im Vordergrund“, sagt Konstanze Keller. „Und es soll auch ein Entdeckerfestival sein.“ Ein Musik Marathon mit Stadtfestcharakter – und 60 Konzerten an zwei Tagen.

Das neue Konzept beschert den Besuchern viel niedrigere Eintrittspreise. Während das Zwei-Tages-Ticket im letzten Jahr 40 Euro, inklusive Rockkonzert auf dem Werthplatz 50 Euro kostete, gibt es diesmal das Tages-Ticket für zwölf und das Kombi-Ticket (beide Tage) für 18 Euro. Dafür soll Musik für jede Altersklasse an neun Standorten zu erleben sein. Und auch die Straßenmusik kehrt 2014 wieder nach Eupen zurück.

So sollen zwischen Marktplatz und Gospert am Sonntag das Schlagsaiten Quantett sowie Celno & Gypsies auch abseits der Bühnen für abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung sorgen. Außerdem gibt die Brass Band Echo ein Konzert auf der BRF-Bühne Klötzerbahn. Als Abschluss im Hof der Regierung wird die Formation Tango X aus der Euregio ihre Zuhörer mit bekannten und neu arrangierten Tangos überraschen.

Auf dem Programm am Samstagabend stehen: die Berliner Formation Jazzanova live feat. Paul Rudolph, die belgische Indie-Pop-Band Intergalactica Lovers, die Lokal Heroes mit Hugh Fatherstone und die JJ Cale Coverband Crazy Mama mit Klaus Niessen im Stadtpark, die westafrikanische Afro-Funk-Band Debademba, die Brüsseler Kultband Jaune Toujours, die belgische Rockband Va à la Plage und das Brussels Youth Jazz Orchestra auf der BRF-Bühne Klötzerbahn sowie das experimentierfreudige Christian Klinkenberg Orchestra und die lokalen Jazzhelden von Z4tet im Hof der Regierung.

Eine neue Electro-Bühne wird für das jüngere Publikum eingerichtet. Hier legen Double U Jay, Jackin with the drums, Niobeat und Dataloss Techno, House und Electro auf.

Kinderanimation gibt es auch

Den Sonntag gestalten unter anderem die britische Soul-Funk-Band Incognito, die flämische Indierock-Band Mintzkov, das Latin-Orchester ZuleMax und die Bluesband Ligthnin‘ Guy im Stadtpark. Auf der Electro-Bühne sorgen Schlachthof Bronx, Karl M, Le Montand, Traumpaar und Frank Puschkin für Power. Aber auch der Violinist Daniel Willem und seine Gipsy Jazz Band und das Jazz-Quartett um den Gitarristen Philip Catherine sind zu hören. Im Hof der Regierung tritt abends der virtuose Lautenspieler Karim Baggili mit seiner Arabic-Band auf. Tagsüber organisiert die Projektgruppe Jugend & Gesundheit eine Kinderanimation mit einer „Toy-show“ für das kleine Publikum.

Die Punkrockband Turbostaat wird am Sonntagabend das Programm der Bühne Auf’m Hund abschließen. Die fünf Flensburger sind seit 15 Jahren gemeinsam unterwegs und machen energiegeladenen Punkrock mit deutschen Texten. Auch auf dieser Newcomer-Bühne zu sehen: Hey Hey aus Aachen und Köln, der lokale Singer-Songwriter Fred Straet und Kissing Gourami, Press The Trigger aus der belgischen Eifel und Oneiric aus Aachen. Kurz: Die Mischung macht’s!

Der Eupener Kulturverein mit dem so schön russisch klingenden Namen Chudoscnik Sunergia, was so viel heißen soll wie „Verschmelzung der Künstler“, gründete sich 1991 nach dem Fall der Mauer und wurde von Anfang an getragen vom Impetus, westliche und östliche und überhaupt alle Künste zu vereinen. Mittlerweile organisieren 70 ehrenamtliche und acht hauptamtliche Mitglieder zahlreiche Kunst- und Kulturveranstaltungen im Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens .

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