Eschweiler - Eschweiler Kunstverein: Eifelmaler porträtiert Megacities

Eschweiler Kunstverein: Eifelmaler porträtiert Megacities

Von: eho
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Ab Sonntag zeigt der Eschweiler Kunstverein seine Stadt- und Landschaftsansichten: Emil Sorge. Foto: eho

Eschweiler. Molenbeek, eine Ansicht des berüchtigten Brüsseler Stadtteils malte er, da ahnte noch kein Mensch etwas von den fürchterlichen Ereignissen in Paris und den verhängnisvollen Verbindungslinien: der Stolberger Künstler Emil Sorge.

 „Stadt Land Fluss“ nennt er seine neue Ausstellung im Eschweiler Kunstverein, die an diesem Sonntag um 11 Uhr eröffnet wird.

Megacitys wie New York, touristische Sehnsuchtsorte à la Venedig oder eben auch extreme Problemviertel üben auf den 58-Jährigen eine magische Faszination aus, inspiriert vornehmlich durch das Bild massenmedial verbreiteter Erscheinungsweisen. Emil Sorge findet das Typische in scheinbar oberflächlichen Strukturen und Mustern, hinter denen sich das moderne Leben verbirgt. Da wird das Raster der Hochhausfassaden zum Merkmal der anonymisierten, atomisierten Existenz des heutigen Großstädters.

Emil Sorge löst die Strukturen seiner Stadt- und Landschaftsansichten bis zur Abstraktion auf und richtet damit einen zeitgemäßen Blick auf bisweilen schlimme Dinge – „kritisch, aber wohlmeinend“, wie es der Künstler selbst auffasst.

In seinen plastischen Holzreliefs verschwimmen mitunter die Muster von tristen Wohnfluchten zu meditativen Schriftbildern – die alltägliche Unscheinbarkeit zeigt sich unter ganz anderen Dimensionen der Wahrnehmung.

Ende der 80er Jahre etablierte Wolfgang Becker in der Aachener Neuen Galerie – Sammlung Ludwig den abstrakt-expressionistischen Emil Sorge und seine munteren Breiniger Konsorten als Gruppe der „Eifelmaler“, quasi die regionale Spielart der damals angesagten „Neuen Wilden“. Den Begriff hat Becker übrigens auch geprägt. Emil Sorge ist sich jedenfalls treu geblieben – allerdings hat er nach gut 25 Jahren die Perspektive gewechselt, um nicht mehr dem Inneren expressiv Ausdruck zu verleihen, sondern das Äußere auf sich wirken zu lassen mit der Frage: „Wie leben wir eigentlich?“

Die Ausstellung in der Städtischen Kunstsammlung Eschweiler, Raiffeisen-Platz 1-3, dauert bis zum 24. April. Geöffnet: Fr. 16-18, Sa. 11-13, So. 11-13 und 16-18 Uhr. Zur Einführung spricht am 10. April, 11 Uhr, Helga Scholl.

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