Bonn - Erst bejubelt, dann ausgepfiffen: Status Quo enttäuschen in Bonn ihre Fans

Erst bejubelt, dann ausgepfiffen: Status Quo enttäuschen in Bonn ihre Fans

Von: unserer Mitarbeiterin Susanne Schramm
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Bonn. Einer der jüngsten Fans ist schätzungsweise acht Jahre alt, trägt einen strohblonden Bauernzopf und thront auf Papas Schultern. Von da aus hat die Kleine beste Sicht auf die Bühne, wo Francis Rossi, Rick Parfitt, Andy Bown, John „Rhino” Edwards und Matt Letley den Beweis antreten, dass auch nach 40 Jahren die Luft noch brennen kann.

Ansonsten dominieren an diesem Abend auf dem Bonner Museumsplatz die Haarfarben Grau und Weiß. Das Gros der Fans von Status Quo ist mit der Band gealtert. Die meisten von ihnen sind Männer. Einige tragen zur schon weit nach oben gerückten Stirn Francis-Rossi-Zöpfchen im Nacken, andere schmücken sich mit Schnäuzer oder Bart.

Die Etikette sieht „leichten Bieranzug” vor: Jeanshose, Jeansjacke und T-Shirt. Letzteres gerne mit Touraufdruck, wenn nicht von den Heroen des Abends, dann zumindest von den Stones. Der Anteil der Biker ist höher als sonst; draußen, vor dem Platz, parken zum Teil höchst eigenwillig umgebaute Motorräder.

Die Fans der Briten sind treu. Sie sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Und die Setliste der „Just Doin´ It!”-Tour ist ihnen so vertraut wie anderen Leuten die eigene Telefonnummer. Klar, dass zum Einstieg „Caroline” erklingt: seit sieben Jahren ist das der „klassische” Auftakt. 4000 Fans erwartet eine dynamische Zeitreise.

Status Quo gehören zu den Langlebigsten und Fleißigsten im Rockgeschäft überhaupt. Seit ihrer Gründung - je nach Auffassung 1962 oder 1968 - haben sie Millionen von Platten verkauft. Seit 22 Jahren sind sie pausenlos unterwegs. Dass von den Gründungsmitgliedern heute nur noch Francis Rossi (58) und Rick Parfitt (58) mit von der Partie sind, tut der Begeisterung keinen Abbruch.

Die Stimmung auf dem Bonner Museumsplatz ist infernalisch gut. Stücke wie „Big Fat Mama” aus den frühen 70ern fetzen sie ebenso temperamentvoll aus dem Ärmel wie ein Dreier-Set von der letzten, 2002 erschienenen CD „Heavy Traffic”, oder jene unverzichtbaren Hits, die längst zu Hymnen geworden sind: „Rockin´ All Over The World”, „Down Down” oder „Whatever You Want”.

Ein Konzert wie aus dem Bilderbuch, bei dem alles, aber auch wirklich alles stimmt: die Show, der Sound, die Stimmung. Für eine Stunde und 24 Minuten. Doch dann erwartet die Getreuen eine herbe Enttäuschung. Der Zugabenteil ist stark gekürzt. „In The Army Now” - ebenfalls einer der größten Hits der Briten - wird gar nicht erst gespielt.

Nach zehn Minuten ist schon alles vorbei. Fassungslos stehen die Menschen da. Können es erst gar nicht glauben. Dann Pfiffe. Buh-Rufe. Minutenlang. Knapp anderthalb Stunden haben Status Quo gespielt. Für eine Band von solchem Format ist das eindeutig zu wenig.

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