Erfolgreiches „MusicLab“-Konzert des Sinfonieorchesters Aachen

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Mit der Einführung der überaus erfolgreichen „Music LAB“-Konzerte ist dem Aachener Sinfonieorchester und seinem Generalmusikdirektor Kazem Abdullah eine der schönsten Überraschungen der zurückliegenden Saison gelungen.

Mit Konzerten in diversen Forschungsstätten der RWTH öffneten sich für die Besucher, aber auch für die Musiker und die gastgebenden Wissenschaftler und Studenten Perspektiven, die weit über reine Musikerlebnisse an ungewohnten Orten hinausreichen.

Besonders angenehm fiel in den ersten vier Beiträgen der Reihe das große Interesse der Dozenten und Studenten an der Zusammenarbeit mit einem hochwertigen Kulturträger wie dem städtischen Sinfonieorchester ins Auge, verbunden mit einer entwaffnenden Gastfreundschaft und auch Dankbarkeit für die Möglichkeit, auf diesem Weg die hochinteressanten, aber weitgehend im Verborgenen heranreifenden Forschungsprojekte der Institute zumindest punktuell ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen. Bereits die erste Saison ließ mit ihren vier Stationen eine Ahnung von der Vielfältigkeit der Arbeitsspektren der RWTH aufschimmern.

Das gilt auch für das von Professor Martin Möller geleitete DWI Leibniz-Institut für Interaktive Materialien, das unter anderem intensiv an Neuerungen in der Medizintechnik und der Landwirtschaft arbeitet, wovon sich die Besucher des Konzerts mit Hilfe auskunftsfreudiger und kompetenter Studenten ein eindrucksvolles Bild machen konnten. Das alles geschah unter der gläsernen Überdachung des modernen Instituts in der Forckenbeckstraße. Kazem Abdullah, der mit überschwenglichem Applaus begrüßt wurde, ließ in einer kurzen Ansprache keinen Zweifel daran, wie sehr ihm gerade diese neue Konzertreihe ans Herz gewachsen ist.

Entsprechend interessant präsentierte sich die originelle Werkfolge. Beginnend mit Darius Milhauds fetzig brasilianisch gefärbter Musik zum skurrilen Ballett „Le boeuf sur le toit“ (Der Ochse auf dem Dach) über den von Malcolm King klanglich hart arrangierten Pop-Song „Let’s get loud“ von Jennifer Lopez über die deutsche Erstaufführung eines experimentellen Orchesterstücks von David Philip Hefti bis hin zur von Karajan arrangierten Europa-Hymne auf der Basis von Beethovens „Neunter“ reichte der Bogen.

Publikum singt mit

Der Schlusspunkt mit Beethovens Friedensappell sollte durchaus als Botschaft an die völkerverbindende Kraft der Musik verstanden werden – entsprechend wurde dieser Beitrag interaktiv gestaltet, indem das Publikum die Hymne mitsingen durfte. Auch die kurzen Miniaturen für Violine und Klavier „Drones and Violin“ von Nico Muhly konnten die Besucher, wenn auch mit Augenzwinkern, summend und klatschend begleiten, glänzend ausgeführt von Chuanru He (Violine) und Karl Shymanovitz am Klavier. Einen besonderen Leckerbissen bot das Orchester mit Joaquin Rodrigos stimmungsvoller „Fantasia para un gentilhombre“ mit dem versierten Gitarristen Hans-Werner Huppertz.

Es war der letzte Auftritt Abdullahs in dieser Serie, die am 28. September im Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft fortgesetzt wird. Dass er als Zugabe den Schlusssatz aus Haydns „Abschieds-Symphonie“ ausgesucht hat, in dem die Musiker nach und nach ihr Pult und den Dirigenten verlassen, drückt gewiss mehr aus als nur Freude an der Originalität des Werks.

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