Erfolgreiche Bilanz: Chorbiennale lockt 30.000 Besucher

Von: Eckhard Hoog
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Insgesamt nahmen rund 70 Chöre an der Aachener Chorbiennale teil, darunter auch der Hochschulchor des Collegium musicum der RWTH Aachen in St. Paul. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Selbst in den USA ist solch eine Euphorie, wie sie die Aachener Chorbiennale in der ganzen Stadt verbreitet hat, völlig unbekannt. Das hat Brady Allred, der Leiter des aus Utah stammenden Chors The Salt Lake Vocal Artists, dem Aachener Kollegen Fritz ter Wey versichert.

Am Sonntag ist kurz nach Mitternacht mit „Der Mond ist aufgegangen“ vor dem Rathaus das letzte Lied verklungen – Dienstag war es Zeit, Bilanz zu ziehen. Und die hätte stolzer nicht ausfallen können.

Zehn Gastensembles

30.000 Menschen haben die Chorbiennale besucht, davon 33 Konzerte der vier Initiativchöre Carmina Mundi, Junger Chor Aachen, Madrigalchor Aachen und Aachener Kammerchor sowie der zehn Gastensembles. Rund 70 Chöre aus der ganzen Region waren darüber hinaus beteiligt, zum Beispiel bei der Langen Chornacht, die alleine 15.000 Besucher fand.

Aber das sind nur die nackten, allerdings nicht ganz unwichtigen Zahlen. Denn auch finanziell hat sich die Biennale wieder gerechnet. 30.000 Euro wurden über Eintrittsgelder eingenommen, den fälligen Rest der Kosten übernahmen die drei Hauptsponsoren Sparkasse Aachen, Städteregion Aachen und das Land NRW. „Damit ist der städtische Haushalt nicht belastet worden“, freut sich die Kulturdezernentin, Susanne Schwier.

Aber was im bilanzierenden Nachhinein besonders zählt, das war die einmalige Atmosphäre, die Begeisterung des Publikums und der beteiligten Sängerinnen und Sänger. „Ein großes Erlebnis“, schwärmen Schwier, Ansgar Menze, der künstlerische Produktionsleiter der Chorbiennale, Fritz ter Wey (Junger Chor Aachen) und Harald Nickoll (Carmina Mundi) wie aus einem Munde.

„Alles war rappelvoll“, staunt die Dezernentin noch immer, die ihre erste Chorbiennale erlebt hat. „Es war ein einziges Miteinander“, sagt Fritz ter Wey, der selbst nicht mit diesem umwerfenden Zuspruch gerechnet hat. Und Nickoll sieht den alten Mythos wieder einmal voll bestätigt: „Singen verbindet!“ Die Gastchöre, die länger blieben, waren größtenteils während des Festivals in den Familien der Aachener Chorsänger untergebracht.

Und sie wissen selbst gar nicht, wen oder was sie als Highlight des mittlerweile vierten Festivals anführen sollen. Vielleicht eine der größten Überraschungen in diesem Jahr: Als solche entpuppten sich die jungen Damen des Frauenchors des Glier-Instituts für Musik aus Kiew – die fantastische Vorstellungen gegeben haben. Und als Gäste eigentlich gar nicht vorgesehen waren.

Eingeladen war nämlich ein gemischter Chor aus der Ukraine, doch die Männer durften nicht ausreisen. „Gewehr bei Fuß“, hieß es nämlich für sie aufgrund der Krise im Osten des Landes. Der Chorleiter empfahl indessen als Ersatz diesen Frauenchor – der dann unter anderem das Lunchkonzert im Krönungssaal zu einem unvergesslichen Erlebnis machte.

Apropos Lunchkonzert: Als geradezu geniale Idee haben sich für die Veranstalter und Träger – das sind das Theater Aachen und der Kulturbetrieb der Stadt – Konzertformate wie dieses oder etwa das Familienkonzert und das „Sing Along“ auf dem Katschhof erwiesen. Vielfalt in jeder Hinsicht, so hätte das Motto lauten können.Unterschiedlichste Zeiten, Formate und Adressaten – Nickoll: „Das war ein guter Mix.“

Noch steigerungsfähig

Blick in die Zukunft, 2017: Was noch als steigerungsfähig empfunden wird, das ist die technische Ausstattung. Harald Nickoll kann sich zum Beispiel Bildschirme, die in der ganzen Stadt verteilt sind, vorstellen, auf denen die Chorbiennale mit ihren vielen Veranstaltungen noch zusätzlich präsent wäre. Auf jeden Fall soll dies wieder gelten: „Bis zum Topniveau ist alles dabei!“

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