Aachen - English Chamber Orchester bei Meisterkonzerten

English Chamber Orchester bei Meisterkonzerten

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das English Chamber Orchestra eröffnete die neue Saison der Aachener Meisterkonzerte mit einem wenig spektakulären Programm.

Musik von Britten, Elgar und Mozart präsentierte das renommierte Ensemble, das von seiner Konzertmeisterin Stephanie Gonley angeführt wurde.

Benjamin Brittens Simple Symphony ist, wenn sie so perfekt und virtuos gespielt wird wie von den Engländern, keineswegs so simpel, wie der vom Komponisten eher ironisch gemeinte Titel suggeriert. Rasante Tempi in den drei schnellen Sätzen, schwelgerischer Streicherklang in der Sarabande, klare Durchstrukturierung des thematischen Materials prägten die Wiedergabe dieses oft unterschätzten Frühwerks.

Tanja Becker-Bender war die Solistin in Mozarts Violinkonzert D-Dur. Die junge deutsche Geigerin brachte ihre Kammermusikerfahrung in ihre Interpretation ein, musizierte mit ihrem schlankem, kostbaren Ton den Violinpart lebendig, sorgfältig phrasiert und artikuliert, mit lupenreiner Intonation und spieltechnischer Souveränität. Mochte das Tempo des ersten Satzes ein wenig stromlinienförmig wirken, so wirkte der langsame Satz mit seiner innigen Kantabilität um so überzeugender. Reibungslos war das Zusammenspiel mit dem Orchester auch im Finale mit seinen häufigen Tempowechseln. Als Zugabe spielte die Geigerin eine „In nomine”-Komposition des Ungarn György Kurtág und demonstrierte hier, dass sie auch zu äußerster tonlicher Intensität fähig ist.

Das klanglich ausladenste Werk des Abends war Edward Elgars Introduktion und Allegro für Streichquartett und Streichorchester. Das inspirierte, spieltechnisch anspruchsvolle Stück erlebte eine höchst klangintensive, emotional hochgepeitschte Wiedergabe, die in ihrer zwischen den vier Solisten und dem Orchester sorgfältig austarierten Klangbalance geradezu Modellcharakter hatte.

Mozarts A-Dur-Sinfonie Nr. 29 bildete den Schlusspunkt des Programms. Allzu forsche Tempi im Kopfsatz, im Menuett und im Finale erwecken den Eindruck einer eher sportiv motivierten Interpretation, dem es ein wenig an Charme mangelt. Dass sich das alles auf einem technischen Spitzenniveau abspielt, braucht bei einem Klangkörper dieses Ranges kaum erwähnt zu werden.

Als Zugabe gab es dann noch eine diesmal sehr charmant servierte kurze Romance von Benjamin Britten.
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