Aachen - Elsner und Gedeck schwimmen gegen den Strom

Radarfallen Bltzen Freisteller

Elsner und Gedeck schwimmen gegen den Strom

Von: Grit Schorn
Letzte Aktualisierung:
5302217.jpg
Sie haben sich und dem Publikum viel zu sagen: Hannelore Elsner (links), Martina Gedeck und Pianist Sebastian Knauer. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Zum zehnjährigen Jubiläum der Erfolgsreihe „Wort trifft Musik“ gaben sich gleich zwei Schauspiel-Stars erfrischen unprätentiös die Ehre im Barocksaal des Alten Kurhauses in Aachen: Hannelore Elsner und Martina Gedeck. „Zwei Frauen gegen den Strom“ lautete der Titel des Programms: ein fiktives Zwiegespräch zwischen der Schriftstellerin Bettina von Arnim und der Pianistin Clara Schumann.

34 Jahre trennten die beiden hoch begabten Ausnahmefrauen des 19. Jahrhunderts, zwei Jahrzehnte beträgt der Altersunterschied zwischen den beiden Schauspielerinnen. Der Dialog zwischen Bettina und Clara – nach dem Text von Wolfgang Knauer, Vater des begleitenden Pianisten Sebastian Knauer – stützt sich auf Briefe, Tagebuchnotizen und andere authentische Texte und Zeugnisse. Zwischen den beiden Frauen sitzt der Pianist am Steinway-Flügel und macht das Publikum mit Kompositionen von Robert Schumann, Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven oder Franz Schubert bekannt.

Zwischen den beiden so verschiedenen und doch im Geiste verwandten Frauen entspinnt sich ein Gespräch, dem nichts „Altertümliches“ anhaftet. Der historisch belegte Streit zwischen Clara und Bettina wegen der „Wegsperrung“ des depressiven Robert Schumann wird beigelegt und mündet in einem vertrauensvollen Dialog zwischen den beiden Frauen, die sich viel zu sagen haben. Denn beide waren Vorkämpferinnen auf einem mühevollen Weg, der viel später zu weiblicher Emanzipation führte.

Witz und Charme machen das Zwiegespräch, das Zeitgenossen wie Goethe, Brahms oder Beethoven einbezieht, zum Vergnügen. Dunklere Töne deuten an, dass beide Frauen trotz ihrer erfolgreichen Arbeit ganz der stets wachsenden Familie verpflichtet waren. „Gleiche Rechte für alle“ werden postuliert, und die hart arbeitende Clara schmerzt „der Kampf gegen Windmühlen“. Bettina spricht am Ende starke Worte: „Nichts ist verloren, wenn wir es nicht verloren geben.“

Rauschender Beifall des aufmerksamen Publikums im voll besetzten Ballsaal.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert