Aachen - „Einsteins Musicbox“: Sinfonieorchester begeistert im Audimax

„Einsteins Musicbox“: Sinfonieorchester begeistert im Audimax

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Zum dritten Mal begab sich das Sinfonieorchester Aachen zu einem Stelldichein ins Audimax der RWTH und brachte mit Klängen vom Barock bis zur Moderne ungewohnte Töne in die ehrwürdige, naturwissenschaftlich-technisch geprägte Lehranstalt.

„Einsteins Musicbox“ könnte sich zur Tradition entwickeln und möglicherweise auch Kultstatus erreichen.

Das wünscht sich nicht nur die Pro-Rektorin Doris Klee in ihren Grußworten, sondern offenbar auch der Großteil der Studierenden, die den großen Saal wiederum voll besetzten, auch wenn das Programm diesmal etwas einseitig auf barock-klassische Werke ausgerichtet war und die Stimmung erst gegen Ende des langen Abends in volle Begeisterung umschlug. So mit John Adams pfiffigen „Chairman Dances“ aus seiner Oper „Nixon in China“. Ein skurril-schräger Foxtrott, der an Originalität vieles übertrifft, was heute als Minimalismus verkauft wird.

Und ganz schnell konnte sich Moritz Schulze die Herzen der jungen Zuhörer erobern. Der Solo-Tubist des Aachener Orchesters wurde mit seiner Kontrabass-Tuba der Star des Abends. Was Ralph Vaughan Williams dem Musiker und dem scheinbar schwerfälligen Instrument in seinem Solo-Konzert abverlangt, sorgte nicht nur Vergnügen, sondern auch für wachsenden Respekt vor der Leistung des jungen Musikers. Der Beifall war so stürmisch, dass der flotte dritte Satz wiederholt werden musste.

Großen Eindruck hinterließ im ersten Programmteil auch Christine Hildebrand, die ein Konzert für Piccoloflöte von Antonio Vivaldi mit beachtlicher Virtuosität meisterte und auch mit den intonatorischen Problemen des Werks gut zurecht kam. Schade, dass angesichts des großen Saals auf eine Sopranino-Blockflöte verzichtet werden musste.

Vivaldi als Höhepunkt

Das Vivaldi-Konzert gehörte zu den Höhepunkten des übermäßig großen Anteils an Beispielen aus Barock und Klassik, wobei Generalmusikdirektor Kazem Abdullah mit einer Opern-Ouvertüre von Boccherini, der Ouverture aus Bachs 1. Orchestersuite und Haydns früher Symphonie Nr. 22 auf populäre Highlights verzichtete. Den kostbarsten Beitrag lieferten die Gäste mit dem Finale aus Mozarts „Jupiter“-Symphonie, das sie zwar kraftvoll und rasant, aber auch ein wenig pauschal zu Gehör brachten.

Am Schluss überwog Begeisterung und mit Offenbachs Höllengalopp aus „Orpheus in der Unterwelt“ ging der mehr als zweieinhalbstündige Abend schwungvoll zu Ende.

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