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„Einsteins Musicbox“: Liaison des Theaters mit der RWTH ist ein Riesenerfolg

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
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„Einsteins Musicbox“: Unter diesem Titel gab das Sinfonieorchester Aachen unter der Leitung von Kazem Abdullah ein beschwingtes Konzert an der RWTH Aachen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Einsteins Musicbox“, die Liaison des Aachener Theaters mit der RWTH, die Begegnung der Musen mit den pragmatischen Geistern nüchterner Technologien, startete im vergangenen Jahr mit einem sensationellen Erfolg.

Auch diesmal war die Aula der technischen Hochschule bis auf den letzten Platz gefüllt, als das Aachener Sinfonieorchester mit seinem Chefdirigenten Kazem Abdullah an die Vereinbarkeit von Musik und Physik erinnerte, wie sie der große Einstein vorgelebt hat.

Lockerer Rahmen

Der lockere Rahmen, die flotten Moderationen von Musik-Dramaturg Michael Dühn und RWTH-Kanzler Manfred Nettekoven und nicht zuletzt die bunte Programmmischung konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass man diesmal die künstlerische Anspruchsschraube deutlich angezogen hat. Doch auch Mozarts „Prager“ Sinfonie, deren Ecksätze Abdullah mit allen Wiederholungen präsentierte, als auch Aaron Coplands Klarinettenkonzert als Herzstücke des Abends nahm das überwiegend studentische Publikum mit der gleichen Aufmerksamkeit und Begeisterung auf wie die leicht gewichtigeren Schmankerln: wie etwa Josef Strauss‘ „Sphärenklänge“, einen der besten Walzer der gesamten Strauss-Dynastie überhaupt, oder den effektvollen Schlusssatz aus Antonín Dvoáks „Symphonie aus der Neuen Welt“.

Dass die USA an dem Abend eine starke Position einnahmen, kam sowohl dem amerikanischen Dirigenten als auch den internationalen Verflechtungen der Hochschule entgegen, was Kanzler Nettekoven spritzig und mit sehr flotter Zunge zum Ausdruck brachte. In diesem Rahmen kam Coplands kniffligem Klarinettenkonzert ei- ne Sonderstellung zu, präsentierte sich doch der junge Aachener Solo-Klarinettist David Kindt als hochbegabter Musiker, der die nocturnenhafte Stimmung des ersten Satzes stilsicher einfing und die technischen Gemeinheiten der Solo-Kadenz und des Finales nicht minder souverän bewältigte.

Hohes orchestrales Niveau

Ganz so inspiriert ging es in Samuel Barbers Ouvertüre zur Oper „School for Scandal“ nicht zu. In diesem Kontext wäre Barbers berühmtes und besseres Streicher-Adagio glücklicher platziert gewesen. Zudem dem Orchester eine zusätzliche Probe nicht geschadet hätte. Was aber nicht das hohe orchestrale Niveau schmälern soll, mit dem das Aachener Sinfonie-Orchester das kostbarste Werk des Abends meisterte, Mozarts „Prager“ Symphonie. Für Mozart hat Abdullah halt ein besonders glückliches Händchen.

Beschwingt schloss der Abend mit einem Ungarischen Tanz von Brahms und einer Polka als dankbar aufgenommene Zugaben.

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