Einfach magisch: „Shadowland 2“ in Aachen

Von: Georg Müller-Sieczkarek
Letzte Aktualisierung:
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Liebesgeständnis unterm Eiffelturm: Szene aus „Shadowland 2“ im Aachener Eurogress. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Story ist schnell erzählt: In einer Fabrik im Irgendwann und Irgendwo stapeln Arbeiter stumpfsinnig Karton um Karton. „Do not open boxes“, lautet die strikte Warnung. Eine der Kisten aber flitzt dem Arbeiter Fess hinterher, der kann nicht widerstehen – und blickt hinein.

Heraus schlüpft ein putziges straußenähnliches Vogelvieh, Fess und seine Freundin schmelzen dahin und retten das Wesen. Es folgen eine wilde Flucht über Land, durch die Lüfte und hinein ins All, allerlei Gefahren, Gefangennahme und Befreiung – Happy End, viel Applaus.

Nicht nur hinter den Leinwänden

Faszinierend ist nicht die Geschichte, die wirkt mit ihrem gesellschaftskritischen Ansatz sogar streckenweise arg bemüht. Atemberaubend ist vielmehr die Art, wie die Tänzer des Pilobolus Dance Theatre mit nichts als ihren Körpern ganze Welten entstehen lassen. Vor rund sieben Jahren ging die Kompanie aus dem US-Bundesstaat Connecticut mit „Shadowland“ auf Tournee. Es sollte ein Welterfolg werden: eine Million Zuschauer auf fünf Kontinenten ergaben sich der Magie von Licht und Schatten.

Seit Juli 2016 sind die Amerikaner mit ihrer neuen Produktion unterwegs: „Shadowland 2 – Neues aus dem Reich der Schatten“. Nun machten sie im Aachener Eurogress Station. War die erste Show noch die pure Verschmelzung von Licht, Schatten und Musik, öffnen sich die acht Tänzerinnen und Tänzer nun dem Publikum, spielen auch vor den Leinwänden und lassen sogar erkennen, wie sie diese einfach unfassbaren Effekte hervorzaubern.

Elefant und Caféhaus, eine Bar und Londons Big Ben samt Westminster Bridge, Pferd und Fabelvogel, Dschungel, Eiffelturm und Motorroller – all das entsteht in Sekundenschnelle aus Anmut und Körperkraft: präzise, geschmeidig, sinnlich, berührend, witzig. Das ist schlicht Weltklasse, großartig! Kaum vorstellbar, wie sich eine derart komplexe Choreographie über eineinviertel Stunden beherrschen lässt. Der kalifornische Singer-Songwriter David Poe steuert die Musik dazu bei, die weit mehr ist als Untermalung, sie stützt und trägt die Story, auch an Stellen, an denen man für Augenblicke den roten Faden verloren hat.

Und am Ende gibt es eine Verbeugung vor dem Aachener Publikum: der Dom als Schattenriss, die Carolus-Thermen und Kaiser Karl in seinem Eäzekomp auf dem Markt, plätscherndes Wasser inklusive – wundersam und wunderschön.

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