Eines der besten Kammerkonzerte der letzten Jahre in Aachen

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Mit einer kleinen, aber feinen Matinee setzten die Mitglieder des Aachener Sinfonieorchesters ihre Kammerkonzertreihe im ausverkauften Spiegelfoyer des Theaters fort.

Dass die drei vorgetragenen Werke kein Klavier benötigen, kommt der klanglichen Ausgewogenheit und den akustischen Begebenheiten der Spielstätte hörbar entgegen, so dass sich alle zwölf Musiker unbeschwert entfalten konnten. Die Chance nutzten sie erfolgreich. Der Spielfreude, nach der Max Regers Serenade op. 141a für Flöte, Violine und Viola sowie Jean Françaix‘ „Divertissement“ für Fagott und Streichquintett verlangen, stand so nichts im Weg. Erst recht nicht das Engagement und die Spielfertigkeit aller Künstler.

Schön, dass die Flötistin Stefanie Faust und ihre streichenden Kollegen Felix Giglberger (Violine) und Andrew Simpson (Viola) mit der klassizistisch angehauchten, federleicht und makellos ausgeführten Serenade an den 100. Todestag von Max Reger erinnern, einem Großmeister des frühen 20. Jahrhunderts, der in unserem Musikleben viel zu wenig Beachtung findet.

Munter gesprudelt

In munter sprudelndem Konversationston präsentiert sich Jean Françaix in seinem „Divertissement“ für Fagott, das angesichts der Besetzung für ein tiefes Blasin-strument und ein komplettes Streichquintett massiver wirkt als Regers lichtdurchflutete Serenade. Gleichwohl ließen es Fagottist Konrad Werner und seine Kollegen nicht an der nötigen Flexibilität und Eleganz mangeln.

In den Schatten gestellt wurden die beiden Werke natürlich von Mozarts Klarinettenquintett in A-Dur. Zu hören war eine kultivierte, entspannte und klanglich weich timbrierte Interpretation ohne Fehl und Tadel mit dem Klarinettisten Philipp Stümke an der Spitze. Angesichts der stilistischen Komplexität des Geniestreichs hätte man sich durchaus eine noch feiner abgestufte Phrasierung wünschen können. Dass aber die Tiefe des entrückten Larghettos erfasst und die kniffligen Variationen im Schlusssatz ihr individuelles Profil erhielten, bereits das spricht für die hohe Qualität der Interpretation.

Begeisterter Beifall für eins der besten Kammerkonzerte der letzten Zeit.

Das 2. Kammerkonzert wird heute Abend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt.

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