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Eine wahre Herkules-Aufgabe

Von: eho
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2400 Werke der Aachener Glasmalerin Maria Katzgrau sind dokumentiert auf einer Doppel-DVD: Kunsthistoriker Dirk Tölke und Museumsdirektorin Myriam Wierschowski präsentieren das Ergebnis. Foto: eho

Linnich. Sechs Jahre lang leistete der Kunsthistoriker Dirk Tölke eine wahre Herkules-Arbeit: Er sichtete, reinigte, ordnete, datierte, dokumentierte und fotografierte im Auftrag des Deutschen Glasmalerei-Museums Linnich den Nachlass der Aachener Glasmalerin Maria Katzgrau (1912-1998): sage und schreibe 2400 Werke – Kartons, Zeichnungen, Entwürfe für Glasfenster, und die sind bis zu neun Meter lang.

Als Ergebnis liegt nun eine Doppel-DVD vor, die mit zahlreichen Aufnahmen das gewaltige Oeuvre der Künstlerin zugänglich macht. Das Linnicher Museum bietet die DVD dem allgemeinen Publikum für 15 Euro an. Überdies präsentieren Museumsdirektorin Myriam Wierschowski und Dirk Tölke ab Donnerstag bis zum 24. Februar eine kleine Auswahl an Entwurfskartons.

Erst nach ihrem Tod wurde bekannt, dass Maria Katzgrau mindestens 160 öffentliche Auftragsarbeiten geschaffen hat. Die Fenster der Ungarnkapelle im Aachener Dom gehören ebenso dazu wie Fenster im Kölner Dom, in der Pfarrkirche Heilig-Geist in Meerbusch und St. Bonifatius in Aachen. Erst nach einer detektivischen Durchsicht der Auftragsbücher rheinischer Glasmalereiwerkstätten durch Myriam Wierschowski und Dirk Tölke kam heraus, wo die Schülerin von Anton Wendling (Aachener Kunstgewerbeschule) und dessen spätere Assistentin überall ihre künstlerischen Schaffensfrüchte hinterlassen hat: im gesamten Rheinland. Maria Katzgrau war eine der wenigen Frauen, die als Glasmalerin bereits in den 30er Jahren neben der überwältigenden männlichen Konkurrenz bestehen konnte.

1999 gelangt ihr Nachlass als Schenkung von Fritz Oidtmann, Angehöriger der Glasmalereiwerkstatts-Dynastie in Linnich, an das Deutsche Glasmalerei-Museum. Dirk Tölke wird zur Eröffnung der Ausstellung von seiner Arbeit berichten.

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