Eindrucksvoll: Das zweite „Music-Lab“-Konzert in der WZL-Maschinenhalle

Von: Pedro Obiera
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Posaunen, Trompeten und Roboter: Musiker des Aachener Sinfonieorchesters in der beeindruckenden Kulisse der WZL-Maschinenhalle der RWTH.

Aachen. Ungewohnte Klänge erfüllten die Maschinenhalle des Werkzeugmaschinenlabors der RWTH, als die Blechbläser des Aachener Sinfonieorchesters beim „Music-Lab“-Konzert eine getragene Sonate des Renaissance-Meisters Giovanni Gabrieli anstimmten.

Auf der zweiten Etage standen sich Hörner und Trompeten sowie Posaunen und Tuba gegenüber und erzeugten im hypermodernen Bau zwischen Robotern und Maschinen aller Art einen Raumklang, wie ihn Gabrieli für den Markusdom in Venedig konzipiert hatte.

„Raumklänge“, das Versprechen des zweiten Versuchs, klassische Musik in Forschungsstätten der Aachener Hochschule anzubieten, wurde geschickt eingelöst. Die dreistöckige Halle ermöglicht einen eindrucksvollen Kathedralklang mit günstigen Nachhallzeiten. Geradezu ideale Voraussetzungen für groß dimensionierte Klanggemälde.

Der Andrang des erfreulich jungen Publikums war so groß, dass die über alle Etagen verteilten Stühle knapp wurden. Kein Problem, konnte man doch durch kleine Wanderungen neue Eindrücke gewinnen. Wie die Beiträge von Gabrieli verfehlte auch Charles Ivese_SSRq ebenso knappe wie raffinierte Orchesterstudie „The Unanswered Question“ nicht ihre Wirkung. Über einen raumgreifenden, samtweichen Streicherteppich stach das kurze Fragemotto in der Trompete aus der Höhe der dritten Etage leuchtend heraus.

Als noch aufwendiger, wenn auch nicht unbedingt ertragreicher erwies sich das ernst gestimmte „epitaph“ von Moritz Eggert, dem überschätzten Tausendsassa der Neuen Musik, der für sein kurzes Stück gleich drei Dirigenten beschäftigt: neben Generalmusikdirektor Kazem Abdullah noch Justus Thorau und Christian Casleanu.

Traditioneller ging es nach der Pause im akustisch sehr trockenen Seminarraum mit einer frischen Interpretation von Peter Tschaikowskys populärer Streicherserenade weiter. Auch hier wurde es eng, was aber nichts daran änderte, dass sich am Ende alle Verantwortlichen über einen denkbar glücklichen Verlauf des Experiments freuen konnten: Kazem Abdullah ebenso wie der Direktor des WLZs, Prof. Fritz Klocke. Großer Beifall der zahlreichen Besucher.

Weiter geht es mit „Music Lab 3“ am 30. März 2017 unter dem Motto „Formen und Farben“ in der Aula der RWTH.

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