Einblicke ins Elend: Fotografien von François Struzik

Von: Christoph Hahn
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Mit der Leica auf Reisen: François Struzik fotografiert im Auftrag von Organisationen wie Unicef und Terre des hommes. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Der Fotograf François Struzik reist um die Welt. Im Auftrag großer Nichtregierungsorganisationen wie Unicef und Terre des hommes besucht der 38-jährige Belgier polnischer Abstammung aus der Stadt Namur Länder wie das Kosovo, Bangladesch, Pakistan und Marokko. Nicht alle Aufnahmen aber wollen die Organisationen haben.

 Und nicht alle 28 Bilder, die er im Raum für Kunst in der Elisen-Galerie mitten im Aachener Zentrum präsentiert, passen in die Konzepte, die dem Wallonen für seine Bildreportagen auferlegt werden oder die er sich selbst auferlegt. Trotzdem sind ihm diese Fotos wichtig, denn sie geben seinem Schaffen eine zusätzliche Dimension.

Struziks Werke, bis auf eine Ausnahme alle schwarz-weiß, ziehen den Blick des Betrachters schon durch den exotischen Charakter der Personnage auf sich. Aber den Bildern von Vogelhändlern, verschleierten Frauen und Betern an Schreinen muslimischer Heiliger haftet nichts Voyeuristisches an – und auch nicht den Einblicken in menschliches, materielles Elend.

„Ich bin ausgebildeter Fotograf – und das erkläre ich den Leuten“, kommentiert der Belgier sein Vorgehen ebenso nüchtern wie selbstbewusst. Nichts wirkt bei ihm gestellt, dafür vieles aber sehr wahrhaftig. So arbeitet er nicht auf eine „schöne“ Glätte seiner Bilder hin, sondern lässt um der Authentizität willen Bewegungsunschärfen und andere Kriterien zu, die normalerweise ein Foto disqualifizieren.

Viel Raum gibt der Künstler im Übrigen einer mystischen Richtung des Islam, deren sichtbare Äußerungen ihn spürbar faszinieren: Dem Sufismus hat er in Indien, Pakistan („Dieses Land hat auf mich wie ein Schock gewirkt“) und Marokko nachgespürt. Auch den Aleviten in den kurdischen Gebieten der Türkei kam Struzik mit seiner analogen Leica-Kamera spürbar nahe. Von Bilder- und Fotofeindlichkeit aber hat er auf allen seinen Reisen nichts gemerkt: „Das habe ich so nie erfahren.“

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