„Ein Mords-Sonntag“: Inspektor Columbo lässt grüßen

Von: Marc Wahnemühl
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„Ein Mords-Sonntag“ von Jack Jaquine hatte Premiere im Aachener Theater K: mit (von links): Annette Schmidt, Anush Manukian und Anton Schieffer. Foto: Gerd Plitzner

Aachen. Sie hätte so schön werden können: die Premiere des Stücks „Ein Mords-Sonntag“ von Jack Jaquine im Aachener Theater K. Die Ausgangssituation ließ Gutes erhoffen: Die beiden Schwestern Hélène (Anush Manukian) und Clarissa (Annette Schmidt) führen ein todlangweiliges Leben.

Als eine Nachbarin verschwunden ist, locken sie den „attraktiven Inspektor“ Spingeot (Anton Schieffer) in ihr Häuschen.

Wer sich eine schwungvolle Krimi-Komödie erhoffte, wurde am Dienstagabend im Aachener Tuchwerk enttäuscht. Lange Zeit hat es das regieführende Theaterensemble nicht geschafft, dem Stück eine nachvollziehbare Richtung zu geben: weder Boulevardstück, Krimikomödie, Psychostudie noch surreale Groteske. Herausgekommen ist eine Mischung aus albernem Slapstick, absurdem Theater und Krimi-Persiflage.

Manukian und Schmidt spielen ihre Figuren ganz gut: hier die selbstbewusste, mitunter koboldhaft-durchtriebene Hélène, dort die naive, vergessliche, fahrige Clarissa. Anton Schieffer gibt den Inspektor Spingeot als vollkommen überzeichnete Parodie auf Inspektor Columbo, hat aber erst im Schlussteil so richtig die Gelegenheit, aus seiner Figur etwas mehr herauszuholen. Bühnenbild und Kostüme sind im Stil der 70er Jahre gehalten. Dass die Perücken, die bei den Schwestern nachvollziehbar erscheinen, aus dem Inspektor jedoch eine Klamaukfigur machen, ist überflüssig und ärgerlich.

Die Musik des Musikers und Komponisten Sasan Azodibetonte trug auch nicht dazu bei, dem Stück Dynamik zu verleihen, um es spritzig oder spannend werden zu lassen. Das Premierenpublikum hat nach rund 80 Minuten dennoch kräftig applaudiert.

Weitere Aufführungen, Strüverweg 116: 1., 5., 7., 22., 23., 26., 28., 31. Oktober .

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