Ein junges Festival für Johannes Brahms

Von: Sabine Rother
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Gemeinsam im Einsatz: Dozenten und Studierende der Musikhochschule Aachen führen vom 1. bis 8. Februar die komplette Kammermusik von Johannes Brahms auf. Federführend in der Organisation ist die Studentin Cosima Streich (vorn links, mit Cello). Foto: Harald Krömer

Aachen. „Brahms pur” ist das Motto eines Festivals, das Studierende der Musikhochschule in Aachen vom 1. bis 8. Februar im Kammermusiksaal (Theaterstraße 2-4) in Aachen veranstalten.

„Als Dozenten sind wir in diesem Fall einfach nur mitwirkende Musiker, die Entscheidungen treffen unsere Studenten”, betont Hans-Christian Schweiker, Professor für Cello, und er ist stolz, denn Cosima Streich, Kopf des Organisationsteams und Ideengeberin der Aktion, ist seine Schülerin. Ihr Diplom hat sie gerade absolviert, jetzt arbeitet sie am Konzertexamen, doch im Moment muss sie um Übungsstunden ringen.

Es hat sie gepackt

„Ich hätte nicht gedacht, dass es so kompliziert ist, eine Serie von Konzerten zu gestalten”, gesteht sie, aber man spürt, dass es sie längst „gepackt” hat. „Der Gedanke war ganz spontan, im letzten Jahr, als der 175. Geburtstag von Johannes Brahms gefeiert wurde”, erinnert sie sich, die damals im Rahmen eines Meisterkurses gerade an Brahms´ G-Dur-Sonate arbeitete. Doch „nur einfach so” wollten sie und ihre Mitstudenten das nicht angehen.

„Sämtliche Kammerkonzerte von Brahms stehen auf dem Programm, nur so hat das Sinn”, beschreibt Cosima Streich ein Vorhaben, bei dem sie zwar vom Betriebsbüro des Hauses unterstützt wird, die inhaltliche Gestaltung jedoch vollkommen eigenständig plant. Auf der Suche nach Sponsoren wurde sie sogar in der Nachbarschaft der Hochschule fündig: Ein Restaurant spendiert Wein, ein Bio-Supermarkt das Buffet zum Auftakt. „Spender sind uns natürlich noch sehr willkommen”, sagt die Studentin.

17 Kammermusikwerke, bei denen sich fast alle in der Musikhochschule unterrichteten Instrumentengruppen abwechseln, und berühmte Liedkompositionen stehen auf dem Programm, das viel Abwechslung bietet.

Über 40 Mitwirkende werden die Noten zum Klingen bringen, unter ihnen - gleichberechtigt - Studierende wie Cosima Streich, aber auch Lehrende wie Claudia Kunz-Eisenlohr oder Susanne Klare (Gesang) und Michael Vaiman oder Andreas Frölich (Klavier). Zusätzlich zu den Konzerten gibt es Workshops, bei denen man zuschauen kann, wie praktischer Unterricht aussieht (z. B. 2. Februar, 10-17 Uhr, Cello; 6. Februar, 11 Uhr, Gesang)) und Vorträge, die die Persönlichkeit Brahms umkreisen - etwa aus der Sicht der Historikerin Christine Roll, die am 2. Februar (18 Uhr) dem „Einzelgänger zwischen Hamburg und Wien”, nachspürt.

Warum gerade dieser Komponist bei den Studierenden solche Aktivitäten außerhalb des Stundenplans auslöst? „Es war alles sehr spontan, aber wenn ich es genauer überlege, ist es das große Kind mit dem großen Herzen, das wir so lieben”, beschreibt Cosima Streich ihre Begeisterung. „Brahms kann so archaisch sein, so ehrlich und berührend.”

Um dieses Gefühl näher zu erforschen, ist sie sogar auf Brahms´ Spuren nach Pörtschach an den Wörthersee gereist, wo Brahms 1877-1879 regelmäßig die Natur genoss und sich zu rund zwanzig Werken inspirieren ließ. „Wer hinhören kann und dort die Landschaft erlebt, weiß, was Brahms uns musikalisch erzählen will”, versichert die junge Musikerin. Kontakt: cosimastreich@web.de
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