Echte Schwergewichte bestimmen das Konzertprogramm

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Die kommende Konzertsaison steht ganz im Zeichen von Justus Thorau, dem stellvertretenden Generalmusikdirektor, der nach dem Abgang von Kazem Abdullah am Dirigentenpult des Aachener Sinfonieorchesters wesentliche Impulse setzen wird.

Für die Programmplanung spielt das Kandidatenkarussell für die Nachfolge im Augenblick keine wesentliche Rolle. Neben gleich drei großen Opernproduktionen von Monteverdi, Mozart und Poulenc wird Thorau fünf Sinfoniekonzerte nebst etlichen Sonderveranstaltungen leiten. Er hat die Stückauswahl maßgeblich mitbestimmt. Dazu gehören auch zwei neue Konzertreihen.

Unter dem Titel „Orchester hautnah“ können die Zuhörer zweimal mitten im Orchester Platz nehmen und Zugstücke wie Dvoáks „Symphonie aus der Neuen Welt“ und Schuberts „Unvollendete“ im Eurogress aus einer ungewohnten Perspektive wahrnehmen. An drei Freitagen lädt das Orchester zu einer „Klassik Lounge“ in das Alte Kurhaus ein, wobei nach einem einstündigen Konzert die Möglichkeit gegeben wird, mit den Musikern gemütlich zusammenzutreffen.

So gemütlich geht es im Kernbereich der Sinfoniekonzerte nicht zu. Gleich im ersten Konzert am 10. und 11. September steht Justus Thorau mit Gustav Mahlers „Auferstehungs-Sinfonie“ ein besonders sperriger Brocken bevor. Und mit Schwergewichten wie Jean Sibelius‘ 5. Sinfonie, Johannes Brahms‘ „Vierter“, Peter Tschaikowskys „Pathétique“ und Dmitri Schostakowitschs „Fünfter“ macht er es sich auch nicht leicht.

Thorau legt Wert darauf, vor allem jungen Solisten die Gelegenheit zu geben, sich mit weniger bekannten Raritäten zu präsentieren: so unter anderem dem Trompeter Simon Höfele mit Bernd Alois Zimmermanns Trompetenkonzert „Nobody knows the trouble I see“, der Klarinettistin Annelien van Wauwe mit Magnus Lindbergs Klarinettenkonzert oder der Harfenistin Teresa Zimmermann mit Stücken von Pierné und Debussy. Sergey Malov wird sich im 2. Konzert sowohl auf der Violine als auch auf dem nahezu vergessenen „Violoncello da spalla“ mit Werken von Carl Philipp Emanuel Bach und Mozart produzieren.

Schumanns Cellokonzert wird Jérôme Pernoo interpretieren und Liza Ferschtman Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert. Als namhaftester Solist wird Pianist Martin Stadtfeld mit einem Mozart-Konzert zu hören sein. Wie in den Vorjahren wird jedes der acht Konzerte unter ein Motto gestellt, das den einzelnen Programmen einen verbindenden Sinn geben soll.

Die vielen etablierten Sonderreihen werden fortgeführt. Dabei wird Thorau auch das Neujahrskonzert mit Beethovens „Neunter“ und das Domkonzert mit Haydns „Schöpfung“ (27. April) leiten.

Klassiker „Pferd und Sinfonie“

Daneben wird er sich auch dem Klassiker „Pferd und Sinfonie“ widmen und ein Konzert im Rahmen der Bachtage mit Bachs Oboenkonzerten dirigieren.

Das Orchester wird auch beteiligt sein an der Oktobermusik im Dom mit Ferdinand Ries‘ „Der Sieg des Glaubens“ unter Berthold Botzet, in der Nikolauskirche an Benjamin Brittens „Saint Nicolas“ mit dem Sinfonischen Chor und Elena Pierini am Pult sowie an einem weiteren Oratorienkonzert des Aachener Bachvereins mit Edward Elgars Chorwerk „The Kingdom“. Familien- und Kammerkonzerte werden in der gewohnten Form weitergeführt.

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