Dunja Mijatovi mit Karlsmedaille ausgezeichnet

Von: hjd
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Die neue Trägerin der Karlsmedaille, Dunja Mijatović, eingerahmt von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (links) und Michael Kayser, Vorsitzender des Vereins „Médaille Charlemagne“. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Dunja Mijatovi ist eine ebenso resolute wie realistische Frau. Nach ihren Möglichkeiten befragt, antwortete die Medienbeauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit entwaffnender Offenheit: „Meinem Team und mir stehen selbstverständlich keine politischen Instrumente Sanktionen oder ähnliches zur Verfügung. Meine stärkste Waffe ist die Stimme.“

Die erhebt sie allerdings regelmäßig, wenn Medien an einer freien Berichterstattung gehindert werden, wenn Journalisten bedroht, gefoltert, inhaftiert oder gar getötet werden, wenn die sozialen Medien beschnitten oder gar abgeschaltet werden, wenn das Recht auf freie Meinungsäußerung bedroht oder ausgehebelt wird. Sie tut dies laut und mit einer Direktheit, die schon so mancher Regierung auf den Geist gegangen ist.

Das soll auch so sein, so versteht Mijatovic ihre Aufgabe. Und dafür wurde sie jetzt im Krönungssaal des Aachener Rathauses mit der „Médaille Charlemagne pour les Médias Européens“, der Karlsmedaille für die europäischen Medien ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Richard Porter, Controller of English bei BBC Global News und ehemaliger Nachrichtendirektor bei BBC World News.

Unabhängig und konsequent

Mit der undotierten Auszeichnung würdige die Jury Mijatovi‘ Einsatz, die Freiheit der Medien immer unabhängig und konsequent verteidigt zu haben, sagte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp bei der Preisverleihung. Ihre Berichte, Mahnungen und Interventionen seien „elementare Beiträge zur Verteidigung der Menschenrechte und der demokratischen Freiheiten“. Damit habe sich Mijatovi auch um die Einigung des europäischen Kontinents verdient gemacht.

Der Vorsitzende des Vereins „Médaille Charlemagne“, Michael Kayser, dankte Reportern, Fotografen und Kameraleuten, die in Krisengebieten ihre Gesundheit und ihr Leben riskierten, um über Hintergründe aufzuklären. Und der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Jürgen Brautmeier, betonte, der Preis solle sowohl Anerkennung für die bisherigen Aktivitäten der Organistion, die ein Mandat von allen OSZE-Staaten hat, als auch Ansporn sein.

Mijatovi selbst nannte die Auszeichnung eine hohe Ehre. „Durch sie wird ein deutliches Signal an Journalisten in aller Welt geschickt, wie wichtig die Sicherung des Rechts auf freie Meinungsäußerung ist“, betonte sie. Dass dieses Recht derzeit in vielen Staaten mit Füßen getreten wird, ist offenkundig. „Wir erleben im Moment sehr harte Zeiten, wenn es die Freiheit der Medien geht. Nicht nur in Krisen- und Kriegsgebieten, sondern auch in den klassischen Demokratien“, sagte die OSZE-Beauftragte. Sie wird also auch in Zukunft noch vielen Regierungen auf den Geist gehen müssen.

Mit der Karlsmedaille wird seit dem Jahr 2000 eine europäische Persönlichkeit oder Institution ausgezeichnet, die sich im Medienbereich besonders um die europäische Einigung und die Herausbildung einer europäischen Identität verdient gemacht hat. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (2009), die russische Zeitung „Novaja Gazeta“ (2012), der britische Historiker Timothy Garton Ash (2013) und im vergangenen Jahr die European Film Academy.

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