Aachen - Dritter Roman von Christoph Leuchter: Eigentlich wollte er ja schon fertig sein...

Dritter Roman von Christoph Leuchter: Eigentlich wollte er ja schon fertig sein...

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Christoph Leuchter

Aachen. Der Würselener Autor Christoph Leuchter (48) schreibt an seinem dritten Roman. Vor gut einem Jahr hat unsere Redakteurin Jenny Schmetz dem Stipendiaten der Kunststiftung NRW in seiner Werkstatt – dem ehemaligen Atelier des Aachener Malers und Bildhauers Peter Hodiamont – bei der Arbeit über die Schulter geschaut.

Jetzt hat sie Leuchter, der auch das RWTH-Schreibzentrum leitet, gefragt, wie es so läuft, mit seinem neuen Jugend- und Bildungsroman.

Was macht Ihr neuer Roman, Herr Leuchter? Schon fertig?

Christoph Leuchter: Er sollte ja schon fertig sein . . . – er ist es aber immer noch nicht, muss ich gestehen. Aus verschiedenen Gründen. Möglicherweise auch, weil ich versuche, ihn richtig gut zu machen. (lächelt) Und da will gut Ding auch manchmal Weile haben.

Wo sind Sie denn jetzt dran?

Leuchter: Oft denke ich leider in Seiten, aber manchmal hilft es auch beim Schreiben, so pragmatisch zu sein. Gerade bewege ich mich mit großen Schritten auf 300 Seiten zu. Der aktuelle Stand: Seite 270.

Sie meinten doch: „Ich kann nicht so dicke Bücher“!

Leuchter: Gut 300 Seiten müssen es diesmal werden, und es geht jetzt wirklich aufs Ende zu!

Sie haben so viel zu sagen?

Leuchter: Planen kann man ja viel, aber bei 200 Seiten war die Geschichte einfach noch nicht aus. Manchmal überraschen mich meine eigenen Texte!

Haben Sie mal wieder alle Pläne über den Haufen geworfen?

Leuchter: So schlimm war es diesmal nicht! Aber die letzte Überarbeitung steht ja noch aus. (lacht) Zu Beginn des nächsten Jahres sollte es endlich eine Rohfassung geben. Damit verpasse ich das ursprünglich gewählte Ziel um ungefähr ein Jahr. Aber so ist das eben. Nach der Überarbeitung der Rohfassung im Frühjahr geht dann die Arbeit mit dem Verlag los.

Haben Sie schon einen Verlag an der Angel?

Leuchter: Der Steidl-Verlag hat wieder die Option auf den Titel. Alles Weitere wird man sehen.

Und das Lektorat drängelt nicht?

Leuchter: Die lassen mich im Moment in Ruhe. Da bin ich in einer luxuriösen Situation. Wenn der Text fertig ist, ist er fertig.

Also drückt keine Deadline?

Leuchter: Nein.

Lautet der Titel noch „Joseb“?

Leuchter: So lautet mein Arbeitstitel, aber da hat der Verlag natürlich noch ein Mitspracherecht.

Und es ist noch eine Geschichte, die von Mitte der 90er Jahre bis heute spielt, über einen türkischen Ladenbesitzer in West-Berlin, der Jugendlichen mit Hilfe von Rätseln Werte vermitteln will?

Leuchter: Inhaltlich bin ich mir treu geblieben, nur aus den 90er Jahren sind die 80er geworden. Aber die Rahmenhandlung spielt in der Jetztzeit. Und das ist auch ein Grund dafür, dass ich nicht so einfach abschließen kann. Es passiert einfach so viel! Zu den sich überschlagenden Ereignissen rund um Themen wie Terror und Flüchtlinge muss ich mit meinen Figuren Stellung beziehen.

Aber Sie wissen, wie es ausgeht?

Leuchter: Ja! Ich weiß immer ganz gut, wie es ausgeht. Manchmal weiß ich nur nicht, wie viele Umwege ich machen muss. Aber – das ist ein schöner Satz, den ich auch gerne meinen Studenten sage: Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

Und wann sind Sie am Ziel? Also: Wann soll Ihr Buch erscheinen?

Leuchter: Wenn es schnell liefe, könnte es noch im Herbst 2017 erscheinen. Wenn wir uns noch etwas Zeit ließen, müsste es im Frühjahr 2018 sein.

Okay, wir melden uns 2017 noch mal, Herr Leuchter. Toi-toi-toi!

 

Bei der Entstehung und Veröffentlichung seines Romans wollen wir den Autor weiter begleiten.

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