Eschweiler - Drangsal alias Max Gruber singt im Eschweiler Talbahnhof

Drangsal alias Max Gruber singt im Eschweiler Talbahnhof

Von: Naima Wolfsperger
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Eigentlich heißt er Max Gruber: Drangsal gab ein Konzert in Eschweiler. Foto: Naima Wolfsperger

Eschweiler. Etwas eilig scheint er es zu haben. Max Gruber, alias Drangsal, wird am Ende des Abends von der Bühne gehen, ohne die Band vorzustellen und ohne eine zweite Zugabe zu spielen. Und das, obwohl rund 320 begeisterte Zuschauer im Eschweiler Talbahnhof nicht aufhören wollen zu klatschen, zu pfeifen und lautstark ein weiteres Stück einzufordern.

Das Konzert fand statt im Rahmen des Kulturfestivals X der Städteregion Aachen. Der bekennende Selbstinszenierer und Pop-Pomp-Experte hält live, was er auf seinem Album „Harieschaim“ verspricht: schlechte Laune und spätjuvenilen Weltschmerz, ausgedrückt in einer exzellenten Brachialpop-Mischung aus Neuer Deutscher Welle, Post-Punk, No-Wave, Elektro- und Gitarrensound.

Max Gruber ist in Herxheim bei Landau aufgewachsen. Inzwischen wohnt der 23-jährige Multiinstrumentalist in Berlin und zählt mit Acts wie Messer oder Die Nerven zu einer Generation die, ohne sie erlebt zu haben, mit Gitarre, Bass und Synthesizer-Sounds in der Ästhetik der 80er Jahre schwelgen.

Selbst Autos mit Heinsberger Kennzeichen sind vor dem Talbahnhof geparkt. Im Innern tanzen sich die Fans aus der Region zu „Der Ingrimm“, „Will ich nur dich“ und „Zur blauen Stunde“ ins Neue-Deutsche-Welle-Fieber. Bis Drangsal mit „Und du? (10.000 Volt)“ einen etwas ruhigeren Song des neuen, gerade noch in der Entstehung befindlichen Albums präsentiert – der nicht weniger gut ankommt.

Es scheint genau diese Bandbreite zu sein, in der Drangsal seine ganz eigene Tonalität in die Musik bringt, die sonst so sehr an The Cure, Ian Curtis und The Smiths erinnert. Auch den Sprung von „Love me or leave me“ zum scheinbaren Publikumsliebling „Allain Align“ machen die Gäste tanzkräftig mit – obwohl die Liedprägungen von Hall, raumgreifenden Snare- und klangtiefem Gitarrensound im Talbahnhof nicht ganz zum Tragen kommen. Die Fans lassen sich dennoch nicht davon abhalten in waschechter No-Future-Manier dicht gedrängt vor der Bühne abzurocken, als gäbe es kein Morgen.

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