Aachen - „Double Drums” begeistert zum Start von „across the borders”

„Double Drums” begeistert zum Start von „across the borders”

Von: Grit Schorn
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Haben Rhythmus im Blut: Das Schlagzeug-Duo „Double Drums”, Alexander Glöggler und Philipp Jungk, riss das Publikum im Aachener Rathaus zum Auftakt des Festivals „across the borders” zu wahren Beifallsstürmen hin. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Aachener Reihe „across the borders” stellte sich 2008 als innovatives, grenz- und spartenübergreifendes Kulturfestival vor, das gleichzeitig auch als Begleitprogramm zur entstehenden Route Charlemagne dient.

Das diesjährige Festival, das bis Ende August Rathaus und Umgebung bespielt, startete mit dem atemberaubenden Schlagzeug-Duo „Double Drums” im ehrwürdigen Krönungssaal.

Die Musiker aus dem oberpfälzischen Bayern katapultierten das zahlreich erschienene Publikum in furiose Klangwelten und stimulierende Lichtimpressionen. Nach der herzlichen Begrüßung durch Rick Takvorian, Kulturbetriebsleiter der Stadt Aachen, ging es machtvoll zur Sache und zum Thema „Macht”.

Die Percussion-Künstler Alexander Glöggler und Philipp Jungk, die ihre Ausbildung bei Professor Peter Sadlo an der Hochschule für Musik in München erhielten und unter berühmten Dirigenten wie Lorin Maazel und Krzysztof Penderecki an großen Opernhäusern arbeiteten, sind nicht nur Meister ihres Fachs, sondern stecken auch voller Witz und Schabernack.

Klangkörper verschiedenster Art kommen bei dem kongenialen Duo zum Einsatz - von den beiden großen Trommeln beginnend über Bongos und Original-Olfässer, wechselnd zu feinnervigen Marimbas (Vibraphone), einem gewaltigen Gong und rasselnd- raspelnden Mini-Instrumenten bis hin zu „Überraschungen” wie Schüsseln, Töpfe oder gar Kartons. Hör- und erfahrbar werden Meeresrauschen, rituelle Opfertänze, die Hitze der afrikanischen Savanne bis hin zum Wüstensturm. Verbunden mit diesem unglaublichen Arsenal an Ausdrucksmöglichkeiten sind meditative Stimmungsbilder via Licht und Video.

Die multimediale Percussion-Show, eigens für den Krönungssaal konzipiert, reißt das begeisterte Publikum immer wieder zu Beifallsstürmen hin.

„Walpurgis”, frei nach Goethe, betört mit hypnotischen Bildern und einem lautmalerischen Hexenkessel aus klirrenden, zirpenden und donnernd schlagenden Urlauten. Zuchtvoll wie eine geistliche Übung kommt ein „Choral” auf den beiden Marimbas daher, mit spirituellen Tönen, die fast Gestalt anzunehmen scheinen. Köstlich-witzig gestaltet sich das „Fußball-Duell”, das natürlich getrommelt wird, mit Alemannia-Schal und Bayern-München-Em-blem, was schnell einen Sonder-Applaus zur Folge hat.

Auch die „Schrottkunst” wird klangvoll gepflegt mit Mülleimern, Ölfässern und Benzinkanistern. Wie Gene Krupa (legendärer US-Schlagzeuger) schlägt sich das Duo fast die Schlagstöcke kaputt, selbst an „Instrumenten” wie Töpfen und Kartons!

Zugabe auf Zugabe folgt - mit Samba im Blut wird sogar auf Plastik, Zinn und Stahl eingedroschen und zuletzt noch ein Leiter-Ballett aufgeführt. Ein Wunder, dass die Kronleuchter an der Decke bleiben...

Wie im Fieberrausch applaudiert das hingerissene Publikum und feiert die innovativen Schlagwerker mit Standing Ovations. Und das bei freiem Eintritt!

Beim nächsten Mal Tanz im „space”

Nächster Termin: heute und 29. Mai im Ludwig Forum („space”): Hochschule für Musik und Tanz Köln - „Shifting Grounds”, internationale Tanzproduktion mit Live-Musik. Beginn: 20 Uhr. Eintritt: 10 Euro.

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