Köln - Die Söhne Mannheims in Köln: Ein pralles Erlebnis

Die Söhne Mannheims in Köln: Ein pralles Erlebnis

Von: Susanne Schramm
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Die Kostümierung ist wichtig:
Die Kostümierung ist wichtig: die Söhne Mannheims bei ihrem Konzert in Köln. Foto: Thomas Brill

Köln. 12.000 Fans in der Kölner Lanxess-Arena sind Montagabend begeistert von den Söhnen Mannheims. Die Band, die 1995 in Mannheim gegründet wurde, ist ein Magnet.

Während andere Gruppen auf Kuschelkurs mit Satan gehen, sich martialisch in Leder und Ketten gewanden oder mehr durch Exzesse als durch Erfolge von sich reden machen, haben die Söhne Mannheims - allen voran die vier Sänger Michael Klimas, Henning Wehland, Timo Oac und Xavier Naidoo, beflankt von den Rappern Marlon B. und Metaphysics - bislang fast eine 1,7 Millionen Tonträger verkauft. Mit einer ganz simplen, aber ungemein wirkungsvollen Botschaft, die im Kern lautet: „Wir!”

Ein pluralistisch-komplizenhaftes Wörtchen, das leitmotivisch in fast jedem Song der Band auftaucht und anzeigt, dass jeder Gutes tun kann (und es auch tun sollte), dass jeder lieben darf (und das auch tun sollte) und jeder dem „Rien de va plus”, das unsere Erde verloren gibt, ohne den Versuch ihrer Rettung zu unternehmen, die Zustimmung verweigern darf (und es auch tun sollte).

Handwerklich kommt das ungemein mitreißend daher, die stilistische Bandbreite reicht von Rap über Soul und Gospel bis hin zum souveränen A-cappella-Gesang, sie vereinigt krachende Rock-Elemente und sanfte Seufzer-Balladen, sogar eine Tanz-Einlage im besten Boygroup-Stil wird geboten. Und die Macht des Sounds steht der Macht der Botschaft in nichts nach: 14 Söhne können zwei Stunden lang schon gut für ein sattes Fundament sorgen.

Das dreiteilige Konzert - auf einen Abstecher ins Spielcasino in Smokings, weißen Hemden und Fliegen folgt eine Unterstützung von amnesty international in orangefarbenen Overalls mit Vornamen und Nummern, die an die Häftlinge in Guantanamo erinnern, um dann in einen lockeren Teil mit legerem Normal-Outfit zu münden - ist ein pralles Erlebnis.
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