Die neuen Meisterkonzerte feiern einen furiosen Start

Von: Thomas Beaujean
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Sie gehört zu den weltweit führenden Geigerinnen: Arabella Steinbacher. Foto: P. Rigaud

Aachen. Das war ein Einstand nach Maß für die neue Leitung der Meisterkonzerte in Aachen. Im ersten Konzert der neuen Saison konnten die Festival Strings Lucerne zusammen mit der jungen Geigerin Arabella Steinbacher und einem Mozart-Programm Pflöcke für das künftige Niveau der glücklicherweise weitergeführten Reihe eingeschlagen werden.

Arabella Steinbacher spielte zusammen mit dem von Konzertmeister Daniel Dodd angeführten Ensemble Mozarts Violinkonzerte D-Dur und A-Dur und konnte bei ihrem ersten Auftritt in Aachen gleich unter Beweis stellen, weshalb sie als eine der weltweit führenden jungen Geigerinnen gehandelt wird. Mit makelloser Technik, unfehlbarer Intonation, süßer und schlanker Tongebung interpretierte sie die beiden Konzerte ohne alle Mätzchen. Die Natürlichkeit des Ausdrucks, die sich nur kleine Temporückungen gestattete, die stringente Phrasierung und das perfekte Zusammenspiel mit dem Orchester ergaben vorbildliche Interpretationen, wobei die Solistin bisweilen etwas breiter artikulierte als das Orchester.

Frische Tempi in den Ecksätzen des D-Dur-Konzertes, strömende Kantabilität in den Mittelsätzen der beiden Konzerte und temperamentvoller Zugriff mit durchaus scharfen dynamischen Kontrasten im Orchester kennzeichneten diese ausgezeichneten Mozart-Interpretationen.

An spürbarer Musizierfreude standen die Musiker des Orchesters der Solistin in nichts nach. Mit der Wiedergabe des ersten Satzes der Solo-Sonate von Sergej Prokoffieff als Zugabe unterstrich Arabella Steinbacher ihren Einsatz für die Musik des 20. Jahrhunderts. Harte Bogenattacken wechselten hier mit kantablen Partien in kurzem Wechsel. Auch hier eine makellose Wiedergabe.

Ihre Mozart-Kompetenz bewiesen die Festival Strings Lucerne mit der Aufführung der frühen Sinfonie in D-Dur KV 81 und der reiferen in B-Dur Nr. 33. Schnelle Tempi in den Ecksätzen, zupackende Vitalität und Musizierfreude, schön ausgesungene, dabei sorgfältig phrasierte langsame Sätze charakterisierten dieses Mozart-Spiel, dem der temperamentvolle Konzertmeister Daniel Dodds seinen Stempel aufdrückte.

Als Zugabe boten die Künstler einen weiteren Mozart-Satz. Schade, dass die Akustik des Eurogress vieles der filigranen Figurationen vor allem in den Mittelstimmen schluckte. Begeisterter Applaus des Publikums honorierte das hohe Niveau dieses Abends.

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