Die erwachsenen Musiker spielen nur die „zweite Geige”

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Es ging alles etwas anders als gewohnt zu im 3. Familienkonzert. Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch griff höchstselbst zum Kontrabass, und die mächtige Streicherbatterie auf dem Podium des Theaters Aachen schien in einen Jungbrunnen gefallen zu sein.

Jungen und Mädchen im Alter ab sechs Jahren gaben den Ton an, 48 an der Zahl, darunter allein 35 Geiger und Geigerinnen. „Soviel hätte ich in meinem Orchester auch gern”, schwärmte Bosch mit aufrichtiger Bewunderung. Die „großen” Streicher des Aachener Sinfonieorchesters blieben diesmal im Hintergrund, spielten sozusagen die „zweite Geige”.

Im Mittelpunkt stand das Kinderstreichorchester der Aachener Musikschule, das Marion Simons-Olivier mit viel Geduld, Können und Herzenswärme zu einem richtigen Orchester zusammenschweißen konnte. Die jungen Damen und Herren waren mit Begeisterung und höchster Konzentration bei der Sache, als sie - teils allein, teils zusammen mit den Profis - unter anderem Carl Davis´ gar nicht so einfachen Variationssatz „Beginners please” für Klavier, Schlagzeug und Streicher zum Besten gaben.

Das schöne Ergebnis animierte Bosch, auch auf die anderen Aktivitäten der engagierten Orchesterleiterin zu blicken. Und zwar mit einiger Sorge. Denn ein von der Stadt bisher mit 30.000 Euro unterstütztes Projekt für Kinder in sogenannten „sozialen Brennpunkten”, mit dem sie über 70 Kinder an ein Streichinstrument heranführte, mit dem sie sonst nie in Berührung gekommen wären, droht angesichts leerer städtischer Kassen auszulaufen. Eine Aussicht, mit der sich niemand abfinden wollte.

Da muss es doch eine Lösung geben. Trotz dieses kleinen Schattens bestimmte die Spielfreude der großen und kleinen Streicher die kurzweilige Stunde, die durch zwei Sätze aus Griegs Suite „Aus Holbergs Zeit”, vorgetragen vom Sinfonieorchester, ergänzt wurde.
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