Die Ärzte in Köln: Unterwäsche landet auf der Bühne

Von: Susanne Schramm
Letzte Aktualisierung:
Die Ärzte (Deutsche Punk-Band
Die Ärzte (Deutsche Punk-Band)

"DAS ENDE ist noch nicht vorbei"-Tour

Die Ärzte bestehen aus: "Farin Urlaub" Jan Vetter (Git.), "Bela B." (Dirk Felsenheimer, Drums) und Rodrigo Gonzalez (Bassist)

am 27. Juni 2012

in der Lanxess-Arena Köln

Köln. Mädchen sind nicht gut in Physik. Das ist natürlich nur ein Vorurteil. Das sich aber, Mittwochabend in der ausverkauften Lanxess-Arena, bereits beim dritten Stück der Ärzte bestätigt. Offensichtlich hat die Trägerin des knallroten BHs in geschätzter Körbchengröße C die Kombination von Masse, Beschleunigung und Gravitation nicht richtig eingeschätzt.

Beim Flug über den Rand der Bühne landet das delikate Präsent direkt vor den Füßen von Rodrigo „Rod” González (44). Dabei ist eigentlich eher Bela B. alias Dirk Felsenheimer (49) der Mädchentyp in der Band. Aber bis zum Drummer ist der Weg nun gar zu weit. Ob persönlich gemeint oder nicht: Rod hängt das neckische Spitzengespinst flugs an seinen Mikroständer, und da baumelt es dann die nächsten Stunden wie ein Skalp. Ob die Besitzerin mit der Brünetten identisch ist, die 26 Songs später obenrum blankzieht, was per Kamera-Zooming auf der Großbildleinwand niemandem verborgen bleibt, lässt sich nicht klären.

Wenn für 15.000 Fans in der Lanxess-Arena Die Ärzte die beste Band der Welt bleiben, wenn mit 29 Stücken und neun Zugaben im temporeichen Schnitt von zwölf, sechs musikalischen Beiträgen pro Stunde das Rondo der zuckenden, hüpfenden, tanzenden Leiber aufs Neue entfesselt wird, und das Trio aus Berlin in ohrenbetäubender Lautstärke einmal mehr seine vielseitigen Entertainer-Qualitäten unter Beweis stellt, spielen nackte Tatsachen überhaupt eine große Rolle.

Zu denen etwa gehört, dass die 1982 gegründete Band bislang bundesweit fast sieben Millionen Tonträger unter die Leute brachte und kein Stück kompromissbereiter geworden ist, die Dinge immer noch direkt beim Namen zu nennen. Und immer noch agiert sie auf so eine selbstironische, kumpel- aber nie gönnerhafte Art und Weise, dass es eine helle Freude ist. Angefangen von der ersten, rhetorischen, Frage „Ist das noch Punkrock?” über „Bettmagnet” und „Tamagotchi” (alle drei von der letzten, im April veröffentlichten Scheibe „Auch”), „Hurra”, „Ein Mann” und „Ein Lied für dich”, „Wir sind die Besten”, „Deine Schuld” und „Anti-Zombie”, Perlen von der CD „Das ist nicht die ganze Wahrheit” (Popstar, Komm zurück), Hymnen wie „Schrei nach Liebe” - eine medizinische Rundumversorgung.
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