Köln - Der Zyklus „Bauernkrieg“ im Kölner Käthe-Kollwitz-Museum

Der Zyklus „Bauernkrieg“ im Kölner Käthe-Kollwitz-Museum

Von: Susanne Schramm
Letzte Aktualisierung:
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Frondienst: „Die Pflüger“ von Käthe Kollwitz. Foto: © Akademie der Künste Berlin, Kunstsammlung

Köln. Ein Sklave, gekettet ans schwere, eiserne Rad. So beginnt die Geschichte. Sie handelt vom Kampf der Bauern, die sich im Deutschland des 16. Jahrhunderts gegen die Willkür der Herrschenden zur Wehr setzten, getrieben vom Wunsch, wie Menschen behandelt zu werden.

In ihrem grafischen Zyklus „Bauernkrieg“ (1902/3-1908) zeigt Käthe Kollwitz diese Revolte in sieben Stationen. Das Kölner Museum, das ihren Namen trägt, hat um die Radierfolge herum eine faszinierende Ausstellung mit über 120 Exponaten gestrickt.

Faszinierend ist die Schau gleich in mehrfacher Hinsicht. An erster Stelle stehen die Blätter selbst. Drastisch, mitreißend und mit einer Bildhaftigkeit, die die Bewegung aufs Papier bannt, ohne sie dort erstarren zu lassen, erzählen sie von der Kraft, sich zu entfesseln. Die letzte Szene zeigt die zwar besiegten und gebundenen Bauern, aber sie stehen jetzt aufrecht und nehmen den beginnenden Humanismus der Renaissancezeit und den Siegeszug der Reformation vorweg. Kollwitz ließ sich für ihre Umsetzung des Bauernkampfes von Künstlern wie Francois Millet, Auguste Rodin, Albrecht Dürer, Max Klinger, Honoré Daumier oder Michelangelo inspirieren. Um dafür eine völlig neue, moderne Sprache zu ersinnen.

Die Ausstellung macht aber auch den Weg der Bildfindung transparent. Die Künstlerin experimentierte nicht nur mit verschiedenen Formaten, sondern auch mit verschiedenen Techniken. Um dies zu erklären, hat das Haus eigens zur Schau ein Glossar zu den verschiedenen Drucktechniken herausgebracht.

Die Ausstellung speist sich größtenteils aus eigenen Beständen sowie hochkarätigen Leihgaben von 20 renommierten Museen – darunter die Akademie der Künste Berlin und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden – und privaten Sammlern. Sie zeigt neben dem siebenteiligen Hauptwerk Pflanzenstudien, Probeabzüge und Postkartenmäppchen, Radierplatten, -nadeln und Werkszeichnungen in Kreide und Tusche, Ideenskizzen, Detailstudien und verworfene Fassungen. Auch Bücher sind darunter, die Kollwitz las, während sie ihren Zyklus perfektionierte.

Die Ausstellung „Aufstand! Renaissance, Reformation, Revolte im Werk von Käthe Kollwitz“ ist bis Pfingstmontag im Kollwitz-Museum Köln, Neumarkt 18-24, zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags/sonntags 11 bis 18 Uhr.

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