Der Schalk blitzt aus Janoschs Augen

Von: Sandra Kinkel
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Autogrammstunde in Düren: Janosch (links) freute sich, dass er seinem Lesepublikum hier einmal ganz nahe sein konnte. Am Sonntag war er in seiner Ausstellung in Heimbach zu erleben. Foto: Sandra Kinkel

Heimbach. „Wenn Sie mich heute fragen, ist meine Lieblingsfigur der blinde Maulwurf. Der ist glücklich, weil er nichts sieht. Aber morgen kann ich dazu schon wieder eine ganz andere Meinung haben.“ Beim Besuch seiner Ausstellung in der Internationalen Kunstakademie in Heimbach am Sonntag gibt sich Horst Eckert alias Janosch bestens gelaunt.

Er plaudert mit den Menschen, erzählt aus seinem Leben – und verbindet und begeistert Generationen. Dem Mann blitzt der Schalk aus den Augen, es macht Spaß, ihn zu beobachten.

„Janosch – Bilder vom Leben“ heißt die sehenswerte Ausstellung in Heimbach, bei der rund 300 Arbeiten des 82-Jährigen gezeigt werden. Janoschs Arbeiten, so Frank Günter Zehnder, Leiter der Heimbacher Kunstakademie, zeichneten sich in ihrer Reduktion durch markante Farbsprache als auch durch ihren ganz eigenen Stil aus. „Die Arbeiten von Janosch sind auf den ersten Blick ausgesprochen einfach, aber zugleich eindringlich.“

Sein ganz eigener Stil strebe scheinbar nicht nach Perfektion, sondern wirke flüchtig skizziert. Gezeigt werden in Heimbach natürlich Kaspar Mütze, Emil Grünbar, Löwenzahn und Seidenpfote, also die Figuren aus den über 150 Janosch-Kinderbüchern. Es gibt aber auch Arbeiten eher für Erwachsene, die sich mit ernsthaften Themen wie Religion, gottesfürchtiger Erziehung, Lebenskunst und auch dem Sinn des Lebens auseinandersetzen.“

„Ich weiß nicht“, sagt Janosch, „warum meine Arbeiten, die Menschen aller Generationen begeistern. Das kann aus meiner Sicht eigentlich nur daran liegen, dass ich so alt geworden bin.“ Und dabei aber irgendwie unglaublich jung geblieben ist.

Janosch geht auf die Menschen zu, er hat wenig Berührungsängste, für alle ein nettes Wort und ein freundliches Lächeln. Er lächelt, als ein junger Mann zu ihm kommt und sagt „Danke für eine noch schönere Kindheit“ und sagt dann: „Ein schöneres Kompliment gibt es doch gar nicht.“ Überhaupt, sagt der bekannte Künstler, den wohl (fast) jeder kennt, seien Kinder und Jugendliche ihm das allerliebste Publikum.

Auf die Frage nach dem Warum überlegt er kurz, grinst und sagt dann: „Weil die viel schöner sind. Die Erwachsenen sind doch oft viel zu dick!“ Und da sind sie dann wieder, der Schalk in Janoschs Augen und der Humor, die seine Zeichnungen und seine Texte so einzigartig machen.

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