Der Müllcontainer als Antikunst

Von: eho
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Seine Werke versteht er als Au
Seine Werke versteht er als Ausdruck der Negation: Matias Faldbakken mit einem „Werk” im Neuen Aachener Kunstverein. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ein Müllcontainer hängt unter den Stufen der Stahltreppe - das Publikum des Neuen Aachener Kunstvereins (NAK) wird sich mächtig zusammendrängen müssen, um die Installation des in Norwegen lebenden Künstlers Matias Faldbakken zu begutachten.

Ab Samstag (Eröffnung 20 Uhr) ist eine kleine Auswahl des gebürtigen 37-jährigen Dänen in dem NAK-Domizil im Aachener Stadtpark bis zum 14. November zu besichtigen.

International bekannter Autor

Faldbakken, international auch als Romanautor bekannt („Macht und Rebell”, 2005), gestaltete 2005 den nordischen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Wenn er über seine Arbeit redet, dann spricht er von einer „Methode”, die er in unterschiedlichsten Medien durchspielt und ausprobiert - mit offenem Ergebnis. Was dabei herauskommt, mag ihn dabei mitunter selbst überraschen. Grundmotive sind bei ihm Negation und Destruktion - die Verneinung als schöpferischer Akt.

Statt etwas zu bauen, macht er das Gegenteil: Der Müllcontainer jedenfalls ist, so platziert, nicht mehr zu gebrauchen.

An beschmierte Klowände erinnert eine Kachelwand-Installation, die er wie die realen „Vorbilder” in den öffentlichen Toiletten mit Farbe besprüht hat. So nachhaltig und oft, dass die Worte nicht mehr lesbar sind. Kunst als Verneinung - und als provozierendes Antibild zu einer Ästhetik, die sich selbst als Gegenwelt versteht, in die man fröhlich abtauchen kann. In letzter Konsequenz lässt Faldbakken Zeitungen drucken, die seitenweise nur mehr aus Gitternetzlinien der Textspalten bestehen.

Zwei Spielfilme überlagert er so, dass weder der eine noch der andere zu verstehen ist. (Geöffnet: Di.-So. 14-18 Uhr, Passstraße 29, 0241/503255.
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