Der Lufo-Clown schwingt wieder das Tanzbein

Von: Lukas Weinberger
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Millimeterarbeit und Fingerspitzengefühl: In Einzelteilen wurde der Ballerina-Clown wieder heil an seinem angestammten Platz im Hof des Ludwig Forums aufgestellt. Foto: Andreas Herrmann
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Millimeterarbeit und Fingerspitzengefühl: In Einzelteilen wurde der Ballerina-Clown wieder heil an seinem angestammten Platz im Hof des Ludwig Forums Foto: Andreas Herrmann
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Millimeterarbeit und Fingerspitzengefühl: In Einzelteilen wurde der Ballerina-Clown wieder heil an seinem angestammten Platz im Hof des Ludwig Forums Foto: Andreas Herrmann
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Millimeterarbeit und Fingerspitzengefühl: In Einzelteilen wurde der Ballerina-Clown wieder heil an seinem angestammten Platz im Hof des Ludwig Forums aufgestellt. Foto: Andreas Herrmann
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Ulrich Feldhaus, Restaurator der Skulptur

Aachen. Es tröpfelt ein bisschen, als der Kranführer am Freitagmittag das Unterteil des Ballerina-Clowns an den Haken nimmt. Der Großskulptur macht das nichts, sie kennt das Aachener Wetter. Das Werk des US-Künstlers Jonathan Borofsky steht schließlich schon seit der Eröffnung des Ludwig Forums im Jahr 1991 im Hof des Museums.

Nur in den vergangenen vier Monaten nicht, seit September war der Ballerina-Clown in Behandlung. Jetzt ist die Skulptur wieder da – und das schöner als zuvor. Dazwischen lag, man vermutet es, eine ganz Menge Arbeit. Der Clown war ein schwieriger Patient. Zuerst bereitete „nur“ das lahme Tanzbein Sorgen. Die Mechanik, die den Unterschenkel bewegte, war defekt. „Die Schmiede“, Spezialisten für Großskulpturen aus Duisburg, sollten es wieder zum Laufen bringen.

Kopf, Oberkörper und die übrigen Teile blieben in Aachen – zunächst. Doch die Lufo-Restauratorinnen Julia Rief und Christina Sodermanns stellten auch am Kopf erhebliche Schäden fest. Und prompt wurde auch der Rest des Clowns in die Duisburger Werkstatt eingeliefert.

Ganz klar, über 20 Jahre bei Wind und Wetter vor der Tür – das geht selbst am wackersten Clown nicht spurlos vorbei. Wasserschäden wurden ausgebessert, eine Holzplatte, die den Kopf des Clowns mit den Schultern verband und weitgehend verrottet war, wurde durch eine Aluminiumkonstruktion ausgetauscht. Und auch das Tanzbein kann der Ballerina-Clown jetzt wieder schwingen.

„Wir haben bei der Restauration stets darauf geachtet, die Originalsubstanz des Clowns zu erhalten“, sagt der Duisburger Restaurator Ulrich Feldhaus. Spannend sei es gewesen, Spaß habe es gemacht, und ab und an würde man auch vor Herausforderungen stehen. „Man muss sich in den Kopf des Künstlers hineindenken.“

Damit nicht genug: Am Freitag wurden die letzten Handgriffe getan. Die 7,5 Meter große Skulptur wurde wieder im Hof des Forums an der Jülicher Straße aufgestellt – echte Millimeterarbeit. Und trotzdem keine Spur von Nervosität, nicht bei den Fachmännern, nicht bei den Verantwortlichen. „Die wissen, was sie tun“, sagt Christina Sodermanns mit breitem Grinsen. Sie sollte recht behalten, alles läuft wie am Schnürchen: Erst das Unterteil, dann der Oberkörper, es folgen Kopf und Röckchen. „Passt“, sagt Feldhaus zufrieden.

Jetzt glänzt der Dauergast im Hof des Museums wieder wie neu, „vom Kopf bis zum Zeh“, wie die Lufo-Direktorin Brigitte Franzen glücklich feststellt, als sie den Blick über die Skulptur schweifen lässt. „Sieht super aus, und wie schön er glänzt.“

Nur auf seine Handschuhe muss der Ballerina-Clown noch ein paar Tage verzichten. Macht nichts. Für das Aachener Wetter ist der Ballerina-Clown nun auch gerüstet: Ulrich Feldhaus und seine Kollegen haben eine wasserabweisende Schicht aufgetragen.

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