Der klaren Stimme fehlt das Raue: Cassandra Steen

Von: Stefan Schaum
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Für einen Bühnenauftritt noch etwas schüchtern: Cassandra Steen auf Burg Wilhelmstein. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Ein furioses Finale: Cassandra Steen entließ ihr Publikum auf Burg Wilhelmstein mit ihrem aktuellen Charterfolg „Stadt”. Dafür gab es Ovationen. Doch zuvor gibt es auch Momente im Konzert, die nicht so zwingend waren.

Es mangelt Cassandra Steens noch ein wenig an Bühnenpräsenz. Zu lieb, zu nett ist das alles auf Dauer. Beinahe schüchtern steht die Sängerin auf der Bühne, recht kurz sind die Sätze, mit denen sie die einzelnen Songs ankündigt. Und sie lächelt von 90 Konzertminuten gefühlte 80.

Das hat einen gewissen Charme. Doch der Soul fehlt dabei ein wenig. Denn diese Musik der Liebe und des Schmerzes, die die 29-Jährige präsentieren will, braucht noch etwas mehr Reife. Etwas Raues, Gebrochenes. Daran fehlt es hier und da.

Kristallklar ist sie, die Stimme. Doch klingt es bisweilen ein wenig zu glatt. Ohrenfällig wird das vor allem bei ihrer Version der Ballade „Ohne Dich” der Band Selig. Hörenswert ist ihr Auftritt dennoch. Besonders in den stillen Momenten, wenn Cassandra Steen sich nur von einer akustischen Gitarre begleiten lässt.

Die Zartheit ihrer Stimme hat mitunter etwas Erhabenes. Flankiert von der vierköpfigen Band und zwei Backgroundsängern, muss sie sich beizeiten mühen, um ebenso wirkungsvoll hervorzustechen.
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