London - Der „Gott an der Gitarre”: Eric Clapton wird 65

Der „Gott an der Gitarre”: Eric Clapton wird 65

Von: Britta Gürke, dpa
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Eric Clapton
Der Blues- und Rockgitarrist Eric Clapton bei einem Auftritt 2008 in Wiesbaden. Am 30. März wird er 65. Foto: dpa

London. Die Verehrung für ihn ist fast schon unheimlich, bei seinen Fans nahezu grenzenlos. Nur wenige Rockmusiker werden so angehimmelt wie Eric Clapton. Man mag sich gar nicht vorstellen, was für Glückwünsche zum 65. Geburtstag am 30. März bei ihm ankommen.

Lebende Legende, Gott an der Gitarre - ziemlich dick aufgetragen wird eigentlich fast immer, wenn über Clapton geredet oder geschrieben wird. Vor allem geht es dabei um seine tatsächlich atemberaubende Fingerfertigkeit an der Gitarre, in den vergangenen Jahren aber auch um seine Stimme.

Ihn überrasche die Verehrung, sagte Clapton mal in einem Interview mit der Zeitung „Die Welt”: „Das geht in dieser Branche ja manchmal ekelhaft schnell. Vor allem dann, wenn einem tolle technische Fähigkeiten unterstellt werden.” An seiner Stimme habe er hart gearbeitet, gab er zu. „Als Gitarrist bin ich noch immer so unglaublich faul wie vor 30 Jahren.”

Wie diese Faulheit zu der Liste seiner Erfolge passt, verrät er allerdings nicht. Seit dem ersten Höhepunkt seiner Karriere in den 60er Jahren schlidderte er zwischendurch zwar auch immer mal wieder abwärts, daran waren aber meist private Probleme und nicht seine Musik Schuld.

Los ging alles 1963 mit den Yardbirds, die zusammen mit Gleichgesinnten eine neue Ära der Popmusik einleiteten. Plötzlich waren da die Solisten, die Beatcombos traten zurück. Dann kam die kurze, aber sehr erfolgreiche Zeit mit dem Trio Cream - zum ersten Mal wurden in London Plakate hochgehalten mit der Aufschrift „Clapton is God” (Clapton ist Gott).

Cream setzte neue Improvisationsmaßstäbe. Immer wieder erschien Clapton in den folgenden Jahren auf der Bildfläche und verschwand auch wieder. Er landete Hits wie „Layla”, „Wonderful Tonight” und „Let it Rain”. Er machte mehr Country-Rock. Doch er versank auch in Alkoholsucht und Depressionen. Anfang der 90er Jahre kam dann sein legendäres „Unplugged”-Album auf den Markt - und weltweit verknoteten sich Fans aller Altersklassen die Finger bei dem Versuch, „Tears in Heaven” nachzuklimpern.

Doch trotz seiner Erfolge auf der Bühne ist Clapton überzeugt: „Glück ist etwas sehr Kostbares. Ich hatte es selten.” Wer seine Lebensgeschichte jenseits der Bühne betrachtet, wundert sich nicht über diese Worte. Als seine Mutter ihn bekam, war sie erst 16. Er wuchs bei seinen Großeltern in der englischen Grafschaft Surrey auf.

Bis zu seinem neunten Lebensjahr dachte er, seine Mutter sei seine Schwester und seine Großeltern seine Eltern. Sein Vater war ein kanadischer Musiker und Soldat, der vielleicht nie von seinem Sohn erfuhr. Seine ganze Familie in Surrey sei alkoholkrank gewesen, er mit 16 Jahren bereits ein kompletter Alkoholiker, erzählte Clapton einmal.

Später war er mehrere Jahre heroinabhängig. Private Schicksalsschläge wie der Tod von guten Freunden oder der Verlust seines kleinen Sohnes 1991 waren nicht selten. Und auch mit den Frauen lief es nicht immer so gut.

Die Musik helfe ihm, sich immer wieder aus dem Sumpf zu ziehen, beteuert Clapton. Heute scheint er glücklich. Er ist verheiratet, hat vier Töchter und unterstützt unter anderem eine Entzugsklinik in der Karibik. Offensichtlich will er nicht - wie in seinem berühmten Song „Tears in Heaven” - auf den Himmel warten, um nicht mehr zu weinen.
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