Aachen - Denkwürdig: Das Auryn-Quartett und Kazem Abdullah bei Accordate

Denkwürdig: Das Auryn-Quartett und Kazem Abdullah bei Accordate

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:
14781106.jpg
Fünf Musiker in perfektem Zusammenspiel: das Auryn-Quartett mit Kazem Abdullah (Mitte) im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Foto: Andreas Schmitter
14781387.jpg
Als Kazem Abdullah sich mit einem Zitat aus Wagners „Tannhäuser“ an sein Publikum wandte, da flossen die Tränen. Foto: Schmitter

Aachen. Mit einem sehr emotionalen „Farewell to Kazem“ verabschiedete sich die Aachener Kammermusikreihe Accordate im ausverkauften Krönungssaal des Rathauses von ihrem Schirmherrn Kazem Abdullah, der – wie bekannt – Aachen mit Ablauf der Spielzeit verlassen wird.

Dass der Generalmusikdirektor als Klarinettist zusammen mit dem Auryn-Quartett (Matthias Lingenfelder und Jens Oppermann, Violine, Stewart Eaton, Viola, Andreas Arndt, Violoncello) auftrat und die beiden schönsten Klarinettenquintette der Musikliteratur zu Gehör brachte, bescherte der Veranstaltung noch einen zusätzlichen Reiz.

Begonnen hatte der Abend mit einer wunderbar gelösten, natürlich atmenden, die kostbaren kontrapunktischen Feinheiten und thematischen Entwicklungen voll auslotenden Wiedergabe von Joseph Haydns Quartett h-Moll op. 33 Nr. 1. Die perfekte Ausgewogenheit des Klangbildes, die Gleichwertigkeit der vier Musiker des Auryn-Quartetts, verbunden mit einem unverkrampften, von keinerlei Originalklangambitionen eingeengten Umgang mit dem Werk sorgten für einen ungetrübten Hörgenuss.

Dass dann mit den Klarinettenquintetten von Johannes Brahms und Wolfgang Amadeus Mozart zwei Werke aus der späten Schaffensperiode der Komponisten – bei Brahms mit wehmütiger Abschiedsstimmung, bei Mozart mit vier Sätzen von purer Schönheit – den Programmschwerpunkt bildeten, passte so ganz zu der Abschiedsstimmung des Abends. Mit einem Minimum an Probenarbeit gelangen Wiedergaben von bestechender Schönheit in einem wunderbaren kammermusikalischen Miteinander. Da saßen fünf Musiker auf der Bühne, die sich gegenseitig zuhörten, auf kleinste agogische Feinheiten reagierten, dynamische Abschattierungen sofort übernahmen und fortführten. Dabei erwies sich der Klarinettist Abdullah als absolut ebenbürtiger Partner der vier Streicher. Sein Ton ist weich und rund, so dass er die großen Melodiebögen wunderbar ausschwingen lässt. Bis zum letzten Ton gab es keinerlei Ermüdungserscheinungen im Ansatz, was um so erstaunlicher ist, als Abdullahs Zeit, sich der Klarinette zu widmen, begrenzt sein dürfte.

Am Ende gab es stehende Ovationen vom Publikum. Abdullahs noblen Abschiedsworte waren ein würdiger Abschluss dieses denkwürdigen Abends.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert