Aachen - Denis Scheck wehrt sich gegen Rassismus-Vorwürfe

Denis Scheck wehrt sich gegen Rassismus-Vorwürfe

Von: tht
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Er sieht sich völlig falsch verstanden: der Literaturkritiker Denis Scheck. Foto: dpa

Aachen. Der Literaturkritiker Denis Scheck hat sich gegenüber dem renommierten Magazin „New Yorker“ gegen Rassismus-Vorwürfe gewehrt, die im Zusammenhang mit der Debatte um sprachlichen Rassismus in Kinderbüchern gegen ihn erhoben wurden. „Ich verabscheue Rassismus und Bigotterie“, sagt Scheck in dem Statement, das unserer Zeitung vorliegt.

Im ARD-Magazin „Druckfrisch“ hatte sich der 48-Jährige schwarz angemalt, um die Weiterverwendung des Wortes „Neger“ in Kinderbüchern zu verteidigen. Viele Kritiker hatten in der schwarzen Bemalung eine Anspielung auf das sogenannte „Blackfacing“ gesehen, das umstrittene Verkleiden auf Theaterbühnen, mit dem weiße Schauspieler im 19. Jahrhundert Schwarze karikierten.

Kein „Blackface“ nach US-Art

„Ganz so, wie ein Kopfnicken in verschiedenen Kulturen ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ bedeuten kann, hat es im US-amerikanischen Kontext eine völlig andere Bedeutung, wenn man ein weißes Gesicht mit schwarzer Farbe bemalt, als im deutschen Kontext. Deshalb muss ich darauf bestehen, dass ich nicht ein ‚Blackface‘ im Sinne der US-amerikanischen Verwendung des Begriffs getragen habe.“

Scheck vergleicht die Bemalung in seiner Sendung mit der Kostümierung im Karneval: „Das letzte Mal, als ich Karneval in meiner Heimatstadt Köln gefeiert habe, habe ich das Kostüm eines Benediktinermönchs getragen, und ich wollte damit ganz gewiss kein wie auch immer geartetes Statement über den katholischen Klerus abgeben.“

In der selbstironischen und satirischen Haltung des deutschen Karnevals habe er mit schwarzem Make-up seinen Kommentar abgegeben, genauso, wie es das Kind in ‚Die kleine Hexe‘ tue.

Scheck weiter: „Ich habe wörtlich gesagt, dass jeder, der heute im Deutschen den Begriff ‚Neger‘ verwendet, ein Holzkopf ist, und ich habe die Veränderungen, die deutsche Verleger an klassischen Kinderbüchern wie denen von Astrid Lindgren vornehmen, mit Thomas Bowdlers Zensur von Shakespeare und George Orwells Ministerium für Wahrheit verglichen, das ständig die Vergangenheit umschreibt.“

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