Aachen - „Delikatessen” und andere Leibesfreuden

„Delikatessen” und andere Leibesfreuden

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
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Bietet wieder ein sehr ansprechendes und attraktives Programm an: Das-Da-Chef Thomas Hirtz.

Aachen. Wenn das Aachener Das Da Theater sein neues Programm vorstellt, dann gleicht das schon einer gelungenen Inszenierung. Diesmal bekamen die Gäste gleich zu Beginn der launigen Revue einen Plastikbecher in die Hand gedrückt.

Nach einiger Zeit kollektiven Naschens war auch bald die Erste bis zum Becherboden vorgedrungen. Und dort verbarg sich gar eine geheimnisvolle Nachricht, „Prinz Ben und Tina Rosina” stand auf dem kleinen Zettel.

Mit der Uraufführung des gleichnamigen Stücks nach dem Bilderbuch von Sigrid Zeevaert richtet sich das Theater an die jüngsten Besucher. Es geht um das Thema gesunde Ernährung. Es auf dem Grund eines eifrig geleerten Puddingbecherns zu verstecken, war ein äußerst gelungener psychologischer Kniff.

„Wir wollen das nicht mit erhobenem Zeigfinger vermitteln, sondern mehr hintenrum”, sagte Hirtz. Soll heißen: Die „Message” wird in eine spannende Geschichte gepackt. Gleiches gilt bei „Wehr dich, Mathilda!”. Das Stück für Kinder ab sechs Jahren thematisiert Hänseleien in der Schule. Alles andere als ein harmloses Kinderspiel meint Hirtz: „Wenn man es bei Erwachsenen beschreiben müsste, hieße es Mobbing.”

Natürlich hat das Theater auch in diesem Jahr für sein erwachsenes Publikum einiges zu bieten. Vier neue Produktionen werden auf die Bretter gebracht, den Auftakt macht „Lilly unter den Linden”, ein Schauspiel, das neben der politischen die private Dimension des Mauerfalls beleuchtet. Anfang 2010 tischt das Da-da-Ensemble seinem Publikum dann „Delikatessen” auf. „Das Stück ist irre”, versprach Hirtz. Und daneben auch interaktiv: Die Zuschauer nehmen an einer großen Tafel Platz, die im Laufe des Abends exquisit eingedeckt wird.

Um Leibesfreuden geht es auch bei „Rinnsteinprinzessin”, wenn auch im etwas anderen Sinne. Die reine Das-Da-Eigenproduktion ist das musikalische Stück der aktuellen Spielzeit. Es geht um fünf Frauen und ein Bordell im besetzten Paris 1944. Stilecht untermalt wird das Ganze durch Chansons von Edith Piaf.

Die Liebe, allerdings eine absolut unkäufliche, steht im Mittelpunkt der Klassiker-Inszenierung auf Burg Frankenberg. „Romeo & Julia” wird gezeigt, erstmals wieder seit 1994. Hirtz: „Wir dachten: Ja es ist noch mal Zeit”.

Das komplette Programm, Infos zu Terminen, Karten und Preisen gibt es unter 0241/161688 und im Internet unter der Adresse dadatheater.de. Die vergangene Spielzeit verlief für das Das da Theater sehr erfolgreich. Insgesamt wurden rund 30.000 Besucher in 308 Vorstellungen und zehn unterschiedlichen Inszenierungen gezählt. 60 Prozent seiner Ausgaben konnte das Haus über Kartenverkäufe finanzieren.

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