Heerlen - Cultura Nova verspricht besonders heiße Begegnungen

Cultura Nova verspricht besonders heiße Begegnungen

Von: Jenny Schmetz
Letzte Aktualisierung:
8083145.jpg
Fassaden-Tanz, Licht-Graffiti, Feuer-Spektakel und Zirkus-Atmosphäre: All das ist beim Heerlener Festival Cultura Nova vom 29. August bis zum 7. September zu erleben. Foto: Cultura Nova
8083160.jpg
Fassaden-Tanz, Licht-Graffiti, Feuer-Spektakel und Zirkus-Atmosphäre: All das ist beim Heerlener Festival Cultura Nova vom 29. August bis zum 7. September zu erleben. Foto: Cultura Nova
8083073.jpg
Fassaden-Tanz, Licht-Graffiti, Feuer-Spektakel und Zirkus-Atmosphäre: All das ist beim Heerlener Festival Cultura Nova vom 29. August bis zum 7. September zu erleben. Foto: Cultura Nova
8081733.jpg
Fassaden-Tanz, Licht-Graffiti, Feuer-Spektakel und Zirkus-Atmosphäre: All das ist beim Heerlener Festival Cultura Nova vom 29. August bis zum 7. September zu erleben. Foto: Cultura Nova
8108380.jpg
cultura nova

Heerlen. Hier bekommen die Zuschauer schon mal ein Pfund Mehl ab oder einen Schwall Wasser, diesmal vielleicht ein paar Funken. Das Sommerfestival Cultura Nova macht seine Besucher gerne zu Mitspielern – und seine 24. Auflage verspricht besonders heiße Begegnungen.

Für die politisch aufgeladene Performance „Attentate ohne Nachwirkungen“ werden an die Zuschauer – oder besser: Mit-Performer – sogar feuerfeste Schutzanzüge verteilt. Damit die „Anschläge“ des belgischen Künstlers Pieter van den Bosch tatsächlich ohne Folgen für die Gesundheit bleiben.

Denn der Mittzwanziger möchte in der apokalyptischen Landschaft einer alten Bergbaugrube in Brunssum ein paar Feuerchen anzünden und seine Mitwirkenden möglichst nah ranholen. „Das ist schon ein bisschen irre“, sagt Festival-Macher Fiedel van der Hijden und schüttelt lachend den Kopf. „Aber den Leuten wird kein Schaden zugefügt!“ Das ist halt der gewisse Kick, der Cultura Nova so besonders macht. Der internationale Mix aus Spektakel, Zirkus, Schauspiel, Musik, Tanz, bildender Kunst und Film lockt Jahr für Jahr mehr als 40.000 Besucher nach Limburg. 50 Ensembles aus sieben Ländern gastieren vom 29. August bis zum 7. September in rund 160 Veranstaltungen an verschiedenen Spielorten in Heerlen und Umgebung.

Feurig wird auch die Eröffnung – allerdings sind keine Schutzanzüge nötig. Die Weltspitze der Pyrotechniker, die französische Groupe F, die schon den Eiffelturm und Olympische Spiele flammend in Szene setzte, lässt es rund um das Heerlener Theater heftig knallen. Dazu sorgen ihre Landsleute von der Compagnie Carabosse mit ihren Feuer-Installationen für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Der erste Funke sprüht am Freitag, 29. August, ab 21.30 Uhr auf dem Burgemeester van Grunsvenplein (Eintritt frei).

Wie beim Auftakt brauchen sich deutsche Zuschauer vor Sprachbarrieren meist nicht zu fürchten. Denn das musikalische Bilder- und Körpertheater kommt mit wenig Worten aus. Live-Musik, Akrobatik, Jonglage und eine poetische Reflexion über die Zeit zaubert zum Beispiel der französische Cirque Plume mit seinem Programm „Tempus Fugit“ ins Heerlener Theater.

Aachener Domglocken erklingen

Ja, die Zeit flieht. Das muss auch Fiedel van der Hijden manchmal denken. 1991 hat er Cultura Nova gemeinsam mit Rocco Malherbe gegründet, nun sind seine Haare grau. Voller Elan weitermachen will der 56-Jährige noch lange, obwohl sein Budget von jetzt rund 900.000 Euro aus öffentlichen Mitteln, Sponsorengeldern und Ticketeinnahmen in den vergangenen Jahren geschrumpft ist. Voriges Jahr aber hat man mit Hilfe einiger Partner eine Stiftung für junge Kultur-Talente gegründet, um sie an die Region zu binden, die Zukunft des Festivals zu sichern.

Das Thema Zeit und Vergänglichkeit zieht sich als roter Faden durch das Programm – wobei ein Theatererlebnis ja eh nicht festzuhalten ist. Keinen Bestand haben zum Beispiel die Graffiti von Vincent Glowinski, der als „menschlicher Pinsel“ mit Licht und Videotechnik malt. Und einen schwierigen Stand hat der Protagonist in der Choreographie „Flat“ des Argentiniers Rodrigo Pardo: Wie ein Bungee-Jumper am Seil schwebend, tanzt er vor Video-Projektionen an der Fassade eines Heerlener Bürogebäudes.

Mit viel Technik hebt sogar ein Pianist ab, oder die Besucher können mit Kopfhörern und Videobrille zum virtuellen Rundgang durch ein Sinfonieorchester starten – und sogar die Glocken des Aachener Doms werden elektronisch bearbeitet erklingen: in einer euregionalen Tanz-Konzert-Performance mit Tänzern der Eupener Compagnie Irène K. Fiedel van der Hijden hätte die Uraufführung gerne im Dom erlebt, aber wegen des Karlsjahrs habe man ihm eine Absage erteilt. Daher überschreitet das Festival diesmal nicht die Grenze nach Aachen. Für die Jubiläumsausgabe im nächsten Jahr wünscht sich der Organisator jedoch wieder eine Kooperation mit dem Aachener Theater. „Die Ideen sind da!“, betont er. Also: Das Feuer brennt – aber das Geld fehlt noch.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert