Cultura Nova: Musik im Parkhaus, Theater im Hospital

Von: Verena Müller
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Der „Cirque Plume” wird mit seinem neuen Programm „L’Atelier du Peintre” im Theater Heerlen auftreten - eine Premiere in den Niederlanden.

Aachen. Bei zig Olympischen Spielen haben sie schon Stadien in feuerspuckende Ringe verwandelt, den Eiffelturm zu einer gigantischen funkensprühenden Kanone gemacht und die Einweihung des Burj Dubai spektakulär in Szene gesetzt. Und jetzt kommt die Weltspitze der Pyrotechniker, Groupe F, nach Heerlen.

Sie wird nichts Geringeres als das „Cultura Nova”-Festival, das in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, einläuten.

Cultura Nova? Keine zwanzig Kilometer von Aachen entfernt, hat das Kulturfestival auf der deutschen Seite der Grenze noch keinen allzu großen Bekanntheitsgrad erreicht, dabei lohnt es sich vor allem in diesem Jahr, zwischen Freitag, 27. August, und Sonntag, 5. September, die Theateraufführungen, Konzerte, Filme und Performances zu besuchen. Niederländischkenntnisse sind bei den meisten Veranstaltungen nicht erforderlich.

Im Theater Heerlen findet am Donnerstag, 26. August, etwa die niederländische Premiere von „L’Atelier du Peintre”, das neue Programm des französischen Cirque Plume statt. Bis einschließlich Sonntag, 5. September, wird es weitere Vorstellungen zu unterschiedlichen Zeiten geben. Cirque Plume ist kein Zirkus mit dressierten Tieren, sondern zeichnet sich durch ebenso verzaubernde wie spektakuläre Akrobatik aus.

Ebenfalls aus Frankreich stammt „Von Magnet”, eine multimediale und multidisziplinäre Gruppe, die elektronische Musik, klassischen Flamenco und Fußpercussion kombiniert. Explosiv, energiegeladen, unzusammenhängend und teilweise auch lustig mutet das Stück „Polarized” an. Nur am Mittwoch, 1. September, wird es im Theater Heerlen um 21 Uhr eine Aufführung geben.

Eine musikalische Theatershow, mit Filmen und Fotografien des jungen Cineasten Michael Kolenbrander, Künstler und Fotograf Rimke Nolten und Texten des Schriftstellers Ben van Melick, wird am Samstag, 28. August, 20.30 Uhr im Theater Heerlen angeboten. Der Titel ist Thema und lautet „The Rolling Beatles - Get back to where it all began”.

Unorthodoxe Bühnen

Nun könnte der Eindruck entstehen, dass alle Veranstaltungen im Theater Heerlen stattfinden - tatsächlich ist es aber gerade ein Kennzeichen von Cultura Nova, dass ungewöhnliche Orte als Kulisse genutzt werden. „Das Buch der Klänge”, ein Klavierstück des deutschen Komponisten Hans Otte, wird der amerikanische Pianist Bobby Mitchell an zwischen Dienstag, 31. August, und Donnerstag, 2. September, jeweils um 20.30 Uhr, im Parkhaus „Putgraaf” spielen.

Die Besucher werden dort keine Stühle vorfinden, sondern mit Krankenhausbetten Vorlieb nehmen müssen. Die Wege in Heerlen sind kurz, Veranstalter Fiedel van der Hijden kennt das Vorstandsmitglied des Heerlener Krankenhauses nicht nur persönlich gut, Eke Zijlstra ist auch Mitglied von Cultura Nova. Über diese Verbindung gelang es auch, eine im Umbau befindliche Etage des Krankenhauses für eine Tanztheaterinszenierung zu bekommen.

Els van der Heijden wird sich dort mit der „Danscompagnie Limburg” auf einem langen Gang künstlerisch mit den Themen Alzheimer und körperliche Behinderungen beschäftigen. „Wo bin ich?” lautet der Titel (Montag, 30. August, bis Mittwoch, 1. September, jeweils 20.30 Uhr und 21.30 Uhr im Atrium MC).

Lokale, regionale und internationale Künstler sorgen in der Woche für ein spannungsreiches Programm, Tausende Besucher werden erwartet. Finanziert wird das Festival durch die Provinz Limburg, die Gemeinde Heerlen, den „Fonds Podiumskunsten”, Sponsoring und Kartenverkauf. Früher, vor 20 Jahren sah das noch ganz anders aus.

Vor 20 Jahren war Cultura Nova ein reines Straßentheater und hieß noch „Kultuur Avontuur” (Kulturabenteuer). Nach ein paar Jahren waren es 150 Vorstellungen, die bei Unternehmen, in Schulen und an anderen Orten stattfanden, auf mehrere Wochen musste das Festival ausgedehnt werden.

„Aber irgendwann kamen wir an den Punkt, dass sich alles wiederholt hat. Wir brauchten eine Erneuerung” sagt van der Hijden. Außerdem sei die Finanzierung immer schwieriger geworden - gesponsert hätte die jeweilige Veranstaltung derjenige, der auch den Ort zur Verfügung gestellt hat.Nach sieben Jahren sollte das Festival professioneller werden, eine internationalere Note erhalten.

„Wenn du nur deine eigenen Sachen machst, kannst du dich an nichts spiegeln”, sagt van der Hijden. Über die Grenze hätte Cultura Nova eigentlich schon immer den Kontakt gesucht, aber erst hätten die Mittel gefehlt, dann habe sich der Weg über die Politik - etwa im Rahmen der Euregionale 2008 - als zu umständlich erwiesen. „Ich hab’ überhaupt nicht verstanden, was die da reden”, sagt van der Hijden.

Gigantische Ballons

Ähnlich spektakulär wie die Eröffnung des Festivals wird die Parade am Ende der Woche, am Samstag, 4. September, ab 22 Uhr sein. Bizarre, gigantische Ballons werden durch die Straßen Heerlens schweben. Kreiert hat sie die Gruppe „Plasticiens Volants” - wieder eine französische Gruppe. Die Vorbilder scheinen eine Mischung aus Geisterbahnschreck und Tim Burton zu sein. Musikalisch untermalt wird die Parade vom Orchester „Koninklijke Harmonie Heerlen”. Um 22 Uhr geht es im Heerlener Stadtzentrum los. Der Eintritt ist frei, für alle anderen Veranstaltungen gibt es an der Abendkasse oder am Ticketschalter von Parkstad Limburg Theaters, Burgemeester van Grunsvenplein 145, Heerlen, Telefon: 0031-45-5716607. Der jeweilige Kartenpreis liegt bei rund zehn Euro.
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