Chorbiennale: 1800 Sänger in über 30 Konzerten

Von: Jenny Schmetz
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Rund 3500 Menschen kamen 2013 zum Chorbiennale-Abschied auf den Aachener Markt. Ab 31. Mai erklingt sie wieder! Foto: Andreas Herrmann
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„Bienvenue!“: Die Macher und Sponsoren heißen zur vierten Chorbiennale mit französischer Note willkommen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Aachen singt wieder – aus Tausenden Kehlen! Bevor die vierte Internationale Chorbiennale die Stadt vom 31. Mai bis zum 14. Juni erneut in einen Klangrausch versetzen will, haben schon die Bilder die City erobert: „Bienvenue!“ heißen die Plakate potenzielle Besucher und die Gastchöre aus aller Welt willkommen.

Natürlich leider stumm – aber mit den einladenden Gesichtern von Aachener Chorsängern und Pariser Straßenszenen. Das verstehen sicherlich auch weniger Frankophile: Nach dem Motto „Very british!“ im Jahr 2011 klingt diesmal (fast) alles très français, also sehr französisch.

Den Leitspruch nun muss man wohl eher übersetzen: „Mille voix“ lautet er: 1000 Stimmen. „Und das ist sogar ein bisschen untertrieben“, sagt der Künstlerische Produktionsleiter Ansgar Menze. Denn insgesamt gut 1800 Sänger werden 14 Tage lang ein Mammut-Programm mit mehr als 30 Konzerten bieten. Auf die „ganz tolle Atmosphäre in der Stadt“ freut sich schon Kulturdezernentin Susanne Schwier, die selbst früher im Chor gesungen hat. Besonders gut erleben lässt sich das emotionale Gemeinschaftserlebnis Singen bei der Langen Chornacht in der ganzen City am Samstag, 13. Juni, mit rund 70 Chören aus der Region oder dem mitternächtlichen Abschied auf dem Markt am Sonntag, 14. Juni, der weiter „Farewell“ und nicht „Au revoir“ genannt wird.

Mehr als 28.000 Besucher strömten vor zwei Jahren zur Chorbiennale, auch diesmal sollen es so viele werden – und angezogen werden sie natürlich nicht nur durch das (französische) Flair, sondern auch durch die Qualität. Denn die Vielfalt der hiesigen Szene trifft wieder auf internationale Spitzenensembles. Die vier Aachener Chöre, die das Festival mit ins Leben gerufen haben, sind selbstverständlich weiterhin mit dabei: Gemeinsam führen Carmina Mundi, der Aachener Kammerchor, der Junge Chor Aachen und der Madrigalchor Aachen mit drei Gastchören und dem Sinfonieorchester Aachen unter Leitung seines Chefs Kazem Abdullah beim großen Chorsinfonischen Konzert Francis Poulencs „Gloria“ und Maurice Ravels „Daphnis et Chloë“ auf. Da wird es auf dem Podium im Euro-gress also wieder ziemlich eng.

Knubbeln soll es sich auch auf dem Katschhof, wenn Abdullahs neuer erster Kapellmeister Justus Thorau zum „Sing Along“ (auch hier bleibt man anglophil) bittet und das Publikum zum Mitsingen animiert: bei der „Marseillaise“ und Volksliedern wie „Sur le pont d‘Avignon“ oder „Frère Jacques“. Kann ja jedes Kind, oder? Was der Nachwuchs draufhat, wird er zuvor beweisen: Mehr als 700 Grundschüler des Jekiss-Projekts (Jedem Kind seine Stimme) sollen auf der Rathaustreppe loslegen. Ein ganzer Schwerpunkt widmet sich neuerdings sogar der Jugend: So ist zum Beispiel der Kinderchor des Konservatoriums aus Aachens Partnerstadt Reims zu Gast.

Insgesamt reisen zehn auswärtige Vokal-Ensembles aus den USA, der Ukraine, Lettland, den Niederlanden, Belgien und natürlich Frankreich nach Aachen – „ein Rekord“, sagt Menze. Den weitesten Weg haben die Salt Lake Vocal Artists und der Frauenchor des Glier-Instituts für Musik aus Kiew.

Beim Auftaktkonzert am Sonntag, 31. Mai, in der Kirche St. Jakob wird wohl weniger der WDR Rundfunkchor Köln als ein Weltstar im Mittelpunkt stehen: Die Sopranistin Barbara Hendricks präsentiert Opern-Arien, Lied- und Gospelgesang, Jazz – und wahrscheinlich auch ein paar französische Klänge.

Bevor der erste Ton erklungen ist, singen die Verantwortlichen schon mal ein Loblied auf Aachen und seine Chortradition. Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck meint: „Es gibt nur ganz wenige Städte, in denen so viele Chöre von so hoher Qualität zu finden sind.“ Kulturbetriebsleiter Olaf Müller stimmt in Gedanken bei „Superstar“-Juror Dieter Bohlen ganz unfranzösisch ein: „Die Chorbiennale ist hammerhart.“ Das Format „Aachen sucht den Superchor“ ist im Programm zwar nicht zu finden. Aber das Chorbiennale-Merchandising mit Buttons, Schlüsselbändern oder Taschen hat schon fast Show-Format.

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