Aachen - Chisholm-Nabatov-Burgwinkel in der Klangbrücke

Chisholm-Nabatov-Burgwinkel in der Klangbrücke

Von: Axel Borrenkott
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Es hatte das Jazz-Highlight des Jahres in Aachen werden sollen, und bis zur Pause war es das auch. Vielleicht sogar, weil jene Musikliebhaber, für die „Jazz” keine Einladung bedeutet, etwas verpasst haben.

Was das Trio Chisholm-Nabatov-Burgwinkel zumindest im ersten Teil ihres Programms in der Klangbrücke bot, waren kammermusikalische Preziosen. Drei hochsensible Musiker, die mit jeder Passage das Ensemble bedienen, so virtuos sie auch jeder für sich sind. In dieser Hinsicht muss man Simon Nabatov (51) als Ersten und Auffälligsten nennen.

Es ist hinreißend, mit welcher ironischen Leichtigkeit der russisch-amerikanische Kölner seine Läufe, neoromantisch und impressionistisch inspiriert, mit massigen Armen in die Tasten perlt. Eine Anschlagskultur, für die man Vergleiche ziemlich weit oben bei angesagten Solopianisten suchen müsste, was aber nicht nötig ist.

Ebenso wenig wie bei dem in Neuseeland geborenen Europäer Hayden Chisholm (35), der mit seinem ungemein sanften Ansatz auf dem Altsaxophon einer klassischen Klangkultur weit näher ist als der funkige Ton, für den dieses Instrument im Jazz üblicherweise steht.

Chisholm ist auch der Komponist der demnächst auf CD erscheinenden Stücke, die sich durch traumwandlerisches Ineinanderfließen der Melodiebögen - nebst einigen Soloausflügen Nabatovs - und der perkussiven Pointierungen auszeichnen. Der aus Aachen stammende Jonas Burgwinkel (29) gehört schon seit Jahren zu der nicht so großen Schar von Schlagzeugern, die ganz in die Ströme ihrer Mitmusiker einfließen, aber exakt wissen, wo eigene Akzente zu platzieren sind.

Nach der Pause verflüchtigte sich der Zauber dieses Trios in eine gewisse Normalität gefälligerer, mal hymnischer, mal leicht jazzrockiger Stücke. Das legte zwar auch die treibenden Qualitäten von Burgwinkels Schlagzeugspiel offen, war aber recht dominiert vom einebnenden Sound des E-Pianos, an das Nabatov gewechselt war. Gleichwohl: Diesem Ensemble muss man lange Zusammenarbeit wünschen, auf dass es noch viele Zuhörer bezaubere.
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