Charmant und temperamentvoll: Goldene Euriade-Nadel für Erika Pluhar

Von: Grit Schorn
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Mit der Goldenen Ehrennadel der Euriade ausgezeichnet: Erika Pluhar im Ballsaal des Alten Kurhauses in Aachen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wer hätte das erwartet im altehrwürdigen Ballsaal des Alten Kurhauses in Aachen, in dem es meist recht vornehm zugeht: Applaus zwischen den einzelnen Musik- oder Textbeiträgen ist eher verpönt, am Ende gibt es keine Zugaben. Bei Erika Pluhar werden diese Regeln charmant und temperamentvoll außer Kraft gesetzt.

Die österreichische Schauspielerin, Autorin und Sängerin, die im Rahmen des Internationalen Kultur- und Wissenschaftsfestivals Euriade die Euriade-Ehrennadel in Gold erhielt, begeisterte nach der Verleihung das aufgeschlossene Publikum mit einem grandiosen Programm.

„Motivierende Glaubwürdigkeit”

Ausgezeichnet wurde Pluhar, die vier Jahrzehnte dem Ensemble des Wiener Burgtheaters angehörte und auch durch Film und Fernsehen sehr bekannt wurde, für ihre „motivierende Glaubwürdigkeit, Menschlichkeit und wahrhafte Ehrlichkeit”. Nach dem Festakt konnte das Publikum die elegante grau-blonde Künstlerin in ihrem Element und mit ihrem ganzen Können erleben. Unverstellt und uneitel präsentierte sie gemeinsam mit ihrem künstlerischen Weggefährten, dem Gitarristen und Komponisten Klaus Tra-bitsch, einen ungewöhnlichen Abend mit herzerfrischend dargebotenen „Nebengleisen”.

Ihre „Lieder vom Himmel und der Erde” entfachten Beifallsstürme, brachten Lachen und Weinen nah zusammen. Natürlich servierte die Wienerin auch ihre sehr persönlichen Chansons, österreichisch-„dialektisch” eingefärbt, die das begeisterte Aachener Publikum fast auf Anhieb verstand.

Lieder wie „Na, i mag´s net”, „Was ma san (Trotzdem)” und „Wir sind Helden” verführten zum Mitwippen und fast zum Mitsingen. Das wunderbare Zusammenspiel von Gitarrist und Sängerin mit gegenseitigem Blickkontakt machte den Abend zu einem nahezu intimen und bewegenden Erlebnis. Aber auch der Humor der jung gebliebenen 71-Jährigen, die ihr Alter fröhlich-ungeniert dem geneigten Publikum mitteilte, imponierte den Besuchern jedweden Alters. Das war weit mehr als der beliebte „Wiener Schmäh”.

So nah und dicht am Publikum sind Künstler selten - Wärme, Witz und Klugheit dieser Frau teilten sich unmittelbar mit, ohne im mindesten aufdringlich zu sein. Ein kleiner Exkurs in den wienerischen Jargon machte ebenso Freude wie die stürmisch verlangten Zugaben, die das Duo freudig gewährte.
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