Aachen - Camille Schnoor: Eine Stimme mit glockenklarem Klang

Camille Schnoor: Eine Stimme mit glockenklarem Klang

Von: Pedro Opiera
Letzte Aktualisierung:
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Als Stipendiatin hat sie am Theater Aachen begonnen, mittlerweile ist sie voll ins Opern-Ensemble integriert: Am Sonntag begeisterte Camille Schnoor bei einer Lieder-Matinee im Spiegelfoyer. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Bereits vor drei Jahren machte die junge deutsch-französische Sopranistin Camille Schnoor mit einem Liedprogramm auf sich aufmerksam. Damals noch Stipendiatin des Aachener Theaters, hat sie sich mittlerweile voll ins hiesige Opern-Ensemble integrieren können.

„Rastlose Liebe“ ist die klug zusammengestellte Werkfolge überschrieben, die auf begeisterte Zustimmung im mäßig besuchten Spiegelfoyer des Theaters gestoßen ist. Ein Recital mit Werken von Schubert, Schumann, Charles Koechlin und Richard Strauss zu Texten über die Freuden und Leiden, die die Liebe mit sich bringen kann.

Bereits mit den einleitenden vier Gesängen von Franz Schubert, darunter „Der Fischer“ und „Gretchen am Spinnrade“, präsentiert sich Camille Schnoor als emotionsgeladene Sängerdarstellerin, die ihre Liebe zur Oper nicht verleugnen kann. Ob Triumphgefühle oder totale Verzweiflung: Die Sängerin verschreibt sich dem emotionalen Gehalt der Gesänge mit vollem Einsatz, auch wenn sie damit den kammermusikalischen Rahmen bisweilen sprengt. Selbst die lettische Pianistin Margita Lind mit ihrem profilierten und markanten Klavierspiel muss sich sputen, um den Gefühlsexplosionen der Sängerin folgen zu können.

An Vitalität mangelt es Camille Schnoor beileibe nicht, auch nicht an stilistischer Flexibilität. Allerdings geraten besonders zarte Gesänge wie die aus Robert Schumanns Zyklus „Frauenliebe und – leben“ in Gefahr, von dem körperlichen Einsatz überrollt zu werden.

Einen duftigen französischen Akzent verliehen die Musikerinnen dem Programm mit fünf Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Mélodies op. 5 des seit einiger Zeit wieder stärker beachteten Komponisten Koechlin. Gesänge von farbiger impressionistischer Leuchtkraft, die Camille Schnoor mit ihrem glockenklaren, in den Höhen leicht steifen Sopran intelligent und mit atmosphärischer Dichte gestaltete. Eine Achterbahn der Gefühle beschloss mit fünf Liedern von Strauss das kurzweilige Programm der begabten Sängerin und ihrer einfühlsamen Klavierpartnerin. Begeisterter Beifall.

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