Bushido: Ein Dutzend Bodyguards für 40 Minuten

Von: Robert Baumann
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40 Minuten dauerte sein Auftritt in Würselen: Der Rapper Bushido kam mit einem Dutzend Bodyguards. Foto: Robert Baumann

Würselen. Die Kulisse wirkt schon einige Stunden vor Bushidos Auftritt bedrohlich. Rund 80 Mitglieder des Rockerklubs Bandidos haben sich vor dem Royal Event Center (REC) in Würselen am Aachener Kreuz versammelt. Die Polizei rückt mit einem Großaufgebot an, der Parkplatz vor dem Veranstaltungscenter ist gesäumt von Einsatzfahrzeugen.

Die Polizei spricht den Kuttenträgern ein Platzverbot aus, dem die Rocker nachkommen. Als der Berliner Rapper schließlich die Bühne im REC am Samstagabend betritt – standesgemäß mit einer guten halben Stunde Verspätung – kommt er nicht alleine. Ein Dutzend Bodyguards hält ihm den Rücken frei, zwei weitere düster dreinblickende Gestalten in Trainingsanzügen sichern den Rapper am seitlichen Bühnenrand. Bushido wird wohl wissen, warum er ein eigenes Großaufgebot braucht.

Was die Bandidos vor dem Auftritt wollten, ist nicht bekannt. Wie eine Drohung wirkte es allemal. Dann zieht Bushido, lässig gekleidet in Jeans und grauem Pulli, gemeinsam mit seinem Rapper-Kollegen Shindy seine Show routiniert ab.

Pöbeln gehört dazu

Der 35-Jährige präsentiert sich, wie die Fans ihn sehen wollen. Ein bisschen Coolness, ein bisschen Arroganz, ein bisschen Pöbeln. Und das junge Publikum liebt es. Fast jeder jubelt den beiden Rappern lautstark zu, Handys werden für Fotos gezückt, und es wird gekreischt, was das Zeug hält. „Hallo Ordnungsamt“, sagt Bushido in sein Mikrofon und winkt in die Menge. „Irgendwo müssen sie doch sein.“ Damit spielt Bushido auf das Lied „Stress ohne Grund“ an, in dem er Prominente und deutsche Politiker anfeindet und beschimpft, und das auf den Index gesetzt wurde, weil der Inhalt zu Gewalt anrege. Das Songverbot nutzt der Rapper gerne zur Provokation.

Mit Pöbeln hat der Berliner längst Millionen verdient. Sein neues Album „Sonny Black“, das am 14. Februar erschien, stieg direkt an der Spitze der Charts ein. Seine fünfte Nummer-eins-Platte wurde zudem in der ersten Woche so häufig runtergeladen wie kein anderes Rap-Album zuvor. Unumstritten ist der Berliner keineswegs. Seit dem Beginn seiner Musikkarriere spaltet Bushido die Nation. Er ist Bambi-Preisträger, Familienvater, war Praktikant im Büro des CDU-Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten und sorgte mit frauen- und schwulenfeindlichen Texten immer wieder für Empörung.

Kontroverse Diskussionen

Bushido, der mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Ferchichi heißt und 1978 in Bad Godesberg bei Bonn als Sohn eines Tunesiers und einer Deutschen geboren wurde, geriet auch wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt. Und die Verleihung des Bambis 2011, bei der Bushido einen Bambi für gelungene Integration bekam, löste kontroverse Diskussionen in Deutschland aus.

Den Fans im REC in Würselen ist das egal. Sie lieben ihr Idol für seine Unangepasstheit und seine Pöbeleien. Nach 40 Minuten verlassen Bushido und Shindy wieder die Bühne – und mit ihnen die Armee von Bodyguards.

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