Würselen - Burg Wilhelmstein: Und zum Abschluss ein Fest

Burg Wilhelmstein: Und zum Abschluss ein Fest

Von: Bernd Büttgens
Letzte Aktualisierung:
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Manfred Leuchter und seine Band setzen einen leuchtenden Schlusspunkt hinter die Saison auf der Burg Wilhelmstein. Foto: Markus Bienwald

Würselen. Es gibt diese Konzertabende, die einfach nur glücklich machen. Weil die Musiker famos aufspielen, weil sie die Zeit und den Raum vergessen machen, weil sie ihre Gäste mit auf die Reise in ferne Lande nehmen, weil sie gelassen und sicher Horizonte erweitern. Manfred Leuchter, der Akkordeonist, in Aachen wohnhaft, in der Welt zuhause, kann das.

Und es ist ihm am Sonntagabend mit seiner Band und seinen Gästen auf der sehr gut gefüllten Burg Wilhelmstein erneut gelungen, sein Publikum glücklich zu machen.

Stimmt, es ist keiner jener fantastischen Sommerabende, von denen wir in diesem Jahr so viele hatten. Rein meteorologisch zumindest. Aber es ist ein Abend fürs Herz, erwärmend und begeisternd. Leuchter blickt inzwischen auf ein beachtliches Werk, hat es soeben um das aktuelle Album „Carpe Momentum“ erweitert. Seine Musik ist von Welt, sie atmet die Einflüsse, die er auf seinen weiten Reisen gesammelt hat. Leuchter ist der Virtuose, dem es größte Freude bereitet, aus einem kleinen Zitat, aus einem Geistesblitz ein großes Werk zu schaffen. Er agiert – das Bild taucht immer wieder auf, weil es so treffend ist – zwischen Bach und Bagdad. So auch an diesem Abend, der den leuchtenden Schlusspunkt hinter die diesjährige Saison auf der Burg setzte.

Los geht die Reise in Finnland, einer Hochburg der Akkordeonmusik, wo Maria Kalaniemi lebt und Stücke wie „Sininen Huvimaya“ schreibt. Und dann nehmen Leuchter, Stefan Michalke (Klavier/Keyboards), Antoine Pütz (Bass sowie begnadet Luftposaune) und Afra Mussawissade (Perkussion) Fahrt auf. In Tansania, Kenia, in Damaskus und Beirut legen die Musiker, von denen jeder einen eigenen Bericht wert wäre, Zwischenstopps ein. Dazu plaudert Leuchter von Begegnungen und Menschen und ruft die „Serenity“ aus, die große Gelassenheit.

Kostbare Momente

Auf die Reise nach Würselen haben sich illustre Gäste gemacht: Leuchter erhebt sich, spielt von jetzt an stehend, er tritt – ein stolzer Gastgeber – ein Stück beiseite, um den Solisten Platz zu machen. Aus Berlin ist Grant Stevens angereist, der in der Tat manchem Zuhörer aus früheren Aachener Zeiten noch bestens im Ohr ist. Die Australierin Julia Messenger ist extra aus Sydney gekommen, Michel Legrands „Les Moulins de mon Coeur“ interpretiert sie hinreißend. Kathrin Gass setzt mit der chromatischen Mundharmonika den Schlusspunkt unter diese exotische Reise durch eine multikulturelle musikalische Landschaft.

Konzerte mit Manfred Leuchter sind Unikate. Momente wie diese sind kostbar. Das Publikum darf sich zurecht glücklich schätzen, dabei zuzuhören und zuzusehen, wie gerade etwas Großes entsteht.

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