„Bunt statt braun”: Couragiert rocken

Von: Stefan Schaum
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Couragiert rocken. Gegen die Fremdenfeindlichkeit, für die Demokratie. Das haben die drei Finalisten des Bandwettbewerbs „Klangcooltour” auf Burg Wilhelmstein eindrucksvoll getan. Mit teils brachialem Sound und deftiger Lautstärke. Foto: Steindl

Würselen. Couragiert rocken. Gegen die Fremdenfeindlichkeit, für die Demokratie. Das haben die drei Finalisten des Bandwettbewerbs „Klangcooltour” auf Burg Wilhelmstein eindrucksvoll getan. Mit teils brachialem Sound und deftiger Lautstärke.

Ein nicht zu überhörender Aufruf ans junge Publikum, sich politisch zu interessieren, sich zu orientieren. „Bunt statt braun” - diese Botschaft stand im Mittelpunkt des Abends.

Ursprünglich als Ansporn gedacht, Jungwähler für die Kommunalwahl zu interessieren, funktionierte der Termin auch am Tag vor der gestrigen Europawahl.

Drei junge Bands hatten sich bei dem Wettbewerb im Rahmen des Projektes „Generation Jugend - Du hast die Wahl” der Jugendämter der Aachener Region unter 29 Bewerbern durchgesetzt. Beim direkten Vergleich auf der Würselener Freilichtbühne machten Kids In The Riot das Rennen.

Ihr 20-minütiges Set punktete mit der Verbindung trockener E-Gitarren, dezent eingesetzter Elektronik und treibendem Disco-Beat. Stilistisch teils dicht dran an der britischen Band Bloc Party, fegten die fünf 19-jährigen Musiker durch eine energetische Performance. Bereits in der Vorrunde hatten sie die dreiköpfige Jury der Veranstalter überzeugt, die sich erneut für die Aachener entschied.

Auf dem zweiten Platz landeten Age Are. Die Band mit Herzogenrather Wurzeln feilt derzeit an der ersten CD und lieferte Kostproben ihres weitgehend schnörkellosen, modernen Rock-Sounds ab. Gewissermaßen als Veteranen der Screamo/Hardcore-Szene packten Longing For Tomorrow optimale Wucht in ihren Auftritt. Die derb geschrammelte Gitarre von Frontmann David Frings allein sorgte im Rund der Burg bereits in ein Soundgewitter.

Dem lautesten und bewegungsfreudigsten Act des Abends blieb dennoch bloß Platz drei. Zu hören sein werden alle Bands erneut in der Region. In den Kommunen der „Generation Jugend” sollen im Lauf des Jahres auf den Bühnen stehen. Trotz vergleichsweise geringer Zuschauerzahl - knapp 200 waren es im Lauf des Abends - zeigte sich der Stolberger Jugendpfleger Josef Offergeld im Bühnengespräch mit Rober Esser, Redakteur des Aachener Zeitungsverlages, zufrieden.

„Musik ist ein gutes Beispiel, Jugendlichen zu zeigen, dass es sich lohnt, aktiv zu sein und etwas auf die Beine zu stellen.” Der Applaus für die einzelnen Künstler des Abends belegte es. Das galt besonders für Pascal Finkenauer. Der Stargast der ersten „Klangcooltour” ist mit seinem melancholischen, deutschsprachigen Pop-Rock kein Unbekannter in den Charts. Vornehmlich Songs des aktuellen Albums „Untergrund” gab es im einstündigen Set des Songwriters, das den Abend eindrucksvoll abrundete.
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